06.02.2018

Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt näher

Wie unter anderem der medialen Berichterstattung entnommen werden kann, steigt die Bedrohung der deutschen Wild- und Hausschweinebestände durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) zunehmend.
 
Seit 2006 erfolgt die Verbreitung des, für Menschen ungefährlichen, Virus in Osteuropa. Im Juni 2017 wurde das Virus erstmalig in Tschechien, nur ca. 300 km von der deutschen Grenze entfernt, nachgewiesen.
 
Höchstwahrscheinlich tritt das Virus zuerst in Wildschweinepopulationen auf. Als möglicher Übertragungs- und Verschleppungsweg gelten kontaminiertes Schweinefleisch und daraus hergestellte Erzeugnisse. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Küchen- und Speiseabfälle nur in für Wildschweine unzugänglichen Abfalltonnen entsorgt werden.
 
In schweinehaltenden Betrieben sind neben den Vorkehrungen, die bereits laut Schweinehaltungshygieneverordnung getroffen werden, weitere Maßnahmen zur Verhinderung eines Eintrages des Virus in die Ställe notwendig:
  • Wildschweine dürfen keinen Kontakt zu Hausschweinen haben! Die Ställe müssen abgeschlossen sein.
  • Einstreu und Futter darf für Wildschweine nicht zugänglich sein.
  • Das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen mit tierischen Anteilen ist verboten!
  • Verfüttern von Grünfutter möglichst vermeiden, es könnte durch Wildschweine kontaminiert sein.
  • Keine Bäckereiabfälle verfüttern, in denen belegte Brote und Brötchen enthalten sind bzw. keine Lebensmittelmarktabfälle.
  • Die Ställe sollten nur der Landwirt/die Landwirtin oder eine mit der Pflege beauftragte Person und unvermeidliche Personen (Tierarzt/Tierärztin) betreten. Dazu müssen unbedingt die Schuhe gewechselt werden. Besser ist in jedem Fall ein kompletter Kleidungswechsel. Jäger, Jagdhunde oder anderen Hunde sollten Ställe nicht betreten.
  • Schädlinge und Schadnager müssen regelmäßig bekämpft werden.
  • Der Stall, die Gerätschaften und die Fahrzeuge sollten regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.
  • Treten bei den Tieren unspezifische Symptome (Fressunlust, hohes Fieber bzw. plötzliche Todesfälle) auf, muss umgehend der Tierarzt/die Tierärztin benachrichtigt und eine Untersuchung eingeleitet werden.
  • Verendete Tiere müssen immer über die Tierkörperbeseitigung entsorgt und bis zur Abholung unzugänglich gelagert werden.  
Im Rahmen des Maßnahmenpakets zur Verhinderung des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Hessen ist außerdem eine deutliche Reduktion der Wildschweinpopulation notwendig.
 
Deshalb hebt das Umweltministerium die Schonzeit für Keiler und Bachen für 2018 ganzjährig auf (gemäß § 26b Absatz 8 Hessisches Jagdgesetz). „Je mehr Wildschweine in Hessen leben, desto schneller kann sich das Virus bei einer Einschleppung ausbreiten. Daher rufe ich die hessischen Jägerinnen und Jäger auf, auch in den kommenden Monaten intensiv Schwarzwild zu bejagen“, so Ministerin Hinz. „Wir haben trotz der aktuellen Gefährdungslage natürlich auch den Tierschutz im Blick. Muttertiere, die Frischlinge mit sich führen, sind selbstverständlich weiterhin gesetzlich geschützt und dürfen nicht bejagt werden“, stellt die Ministerin klar. Mittlerweile werden ganzjährig abhängige Frischlinge in Hessen beobachtet und es gibt keine Konzentration mehr auf das Frühjahr. Außerdem muss grundsätzlich vor der Schussabgabe geprüft werden, ob die weiblichen Tiere abhängige Jungtiere haben.
 
 
[Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz]