26.06.2017

„Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen“
Gemeinschaftsinitiative offiziell vorgestellt

Um dem Verlust von Biodiversität entgegenzuwirken, haben der Hessische Bauernverband, der Landesverband Hessischer Imker und das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Gemeinschaftsinitiative „Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen“ gestartet. Diese ist Teil der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“.
Am 23. Juni wurde die Initiative „Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen – Landwirte und Imker sind Partner“ auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Lang in Hüttenberg-Rechtenbach offiziell eröffnet.
Thomas Kunz, Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, betonte „Biodiversität braucht Landwirtschaft und Landwirtschaft braucht Biodiversität“. Honig- und Wildbienen sind die wichtigsten Bestäuber unserer Kulturpflanzen, da 80 % auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind. Die Anlage von Blühstreifen sei eine freiwillige Maßnahme der Landwirte um die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu erhöhen. „Uns Landwirten ist durchaus bewusst, dass die Anzahl der Bestäuber zurück gegangen ist, dies liegt aber nicht nur an der Intensivierung der Landwirtschaft, auch in Gärten und auf kommunalen Grünflächen ist die bunte Blütenpracht häufig dem einfacher zu bearbeitenden Rasen oder gar Kiesflächen gewichen. Jeder von uns kann und sollte seinen Beitrag zum Erhalt der Blühpflanzen als Nahrungsgrundlage für Insekten leisten“ machte Kunz deutlich. Dennoch sind die Blühflächen keine Neuheit, auch schon vorher haben Landwirte Blühflächen im Rahmen verschiedener Programme und auf freiwilliger Basis angelegt. Umso schöner sei es, dass die Landwirte jetzt vom Bauernverband und den Imkerverbänden unterstützt werden, die das Saatgut kostenfrei zur Verfügung stellen. Bisher gibt es Rückmeldungen von 110 Landwirten, die mehr als 350 Blühflächen mit dem Saatgut, das für rund 100 ha ausreicht, angelegt haben. Und doch ist dies erst der Anfang, in den kommenden Jahren, soll die Initiative weiter wachsen.
Ministerin Priska Hinz freute sich über die Bereitschaft der Landwirte auf ihren Ackerflächen Blühstreifen anzulegen „Nach der Raps- und Obstbaumblüte sind nur noch wenige Blüten für die Bienen verfügbar. Die Blühstreifen wirken dem entgegen, so dass die Bienenvölker gestärkt in den Winter gehen können“.
Ernst Ruppel, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Hessischer Imker, machte deutlich, dass die Imker sich über jede Blüte freuen, die ihren Bienen zur Verfügung steht. Dennoch müsse mehr Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung geleistet werden. „Auch abgewelkte Blühstreifen sind wichtig für die Bienen, da sie für viele Arten ein Quartier für den Winter darstellen, da ist es traurig wenn, die Nachbarn ankommen und sich darüber beschweren, dass das unordentliche Zeug immer noch da sei und doch endlich mal abgemäht werden könne“.
Landwirt Hartmut Lang machte deutlich: „Blühstreifen sind eine tolle Sache, nicht nur für Bienen und Insekten, auch für Vögel, Hasen und Rehe. Alle tummeln sich in den Blühstreifen“.