Vorzüge von Rapsspeiseöl und Biokraftstoffen herausgestellt - Monika Allendörfer ist neue Hessische Rapsblütenkönigin
„Nach dem lang anhaltenden Winter sowie der Kälte und Trockenheit im April hat die Rapsblüte in diesem Jahr etwa eine Woche später begonnen als sonst üblich. Das leuchtende Gelb der blühenden Rapsfelder wird im Mai weiter zunehmen und unsere schöne Kulturlandschaft bereichern“, sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, im Rahmen eines Pressegespräches zur Krönung der neuen Hessischen Rapsblütenkönigin gestern vor zahlreichen Journalisten in Karben (Wetteraukreis). Ein Hektar Raps liefere bis zu 50 Kilogramm sortenreinen Rapshonig. Deshalb platzierten Imker ihre Bienenvölker gerne in der Nähe von Rapsfeldern, betonte Präsident Schneider.
In Hessen habe der Winterrapsanbau in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, und zwar von 5.600 Hektar im Jahr 1980, über 50.700 Hektar im Jahr 2000 auf 67.000 Hektar im laufenden Erntejahr. Das seien 13,9 Prozent des hessischen Ackerlandes. Aus diesen Zahlen gehe hervor, dass der Rapsanbau für die Landwirtschaft eine große Bedeutung habe. Das aus den Rapskörnern gewonnene Speiseöl werde wegen seiner günstigen Fettsäurenzusammensetzung von Ernährungswissenschaftlern ausdrücklich empfohlen. Denn Rapsöl habe einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und einen niedrigen Anteil an gesättigten Fettsäuren, die unerwünscht seien. Rapsspeiseöl sollte deshalb in keiner Küche fehlen, sagte Schneider.
Absatz von Biokraftstoffen im Jahr 2009 deutlich gesunken
„Im Jahr 2009 ist der Verbrauch von reinem Biodiesel und Pflanzenölkraftstoff im Vergleich zu 2008 dramatisch eingebrochen. Schuld daran ist die massive Steuererhöhung durch die Bundesregierung. Die höhere Beimischung von Biodiesel zu mineralischem Dieselkraftstoff konnte den Rückgang des reinen Kraftstoffabsatzes bei weitem nicht kompensieren. Der Bauernverband fordere deshalb eine generelle Steuerbefreiung für Biokraftstoffe, auch für die außerlandwirtschaftliche Verwendung. Präsident Schneider wies außerdem auf die Klima- und Umweltschutzvorteile der Biokraftstoffe hin. Mit jedem Liter Biodiesel, der mineralischen Diesel ersetze, würden etwa 2,5 Kilogramm Kohlendioxid eingespart. Jeder Hektar Raps, auf den im Durchschnitt 1.600 Liter Rapsöl oder Biodiesel gewonnen werden können, verringere somit den Kohlendioxidausstoß um rund 4 Tonnen.

Die neue Hessische Rapsblütenkönigin Monika I aus Wehrheim (zweite von links) mit ihrer Vorgängerin Katrin I, eingerahmt vom Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider (rechts) und dem Vorsitzenden der Hessischen Erzeugergemeinschaft für nachwachsende Rohstoffe, Herwig Marloff, in einem blühenden Rapsfeld.
Rapsanbau ist nachhaltig
„Der Anbau von Raps ist im umfassenden Sinne nachhaltig: Ökologische Vorteile gehen einher mit ökonomischer Vorzüglichkeit und tragen so zur Stabilisierung des Einkommens und damit der sozialen Situation im ländlichen Raum bei“, betonte der Vorsitzende der Hessischen Erzeugergemeinschaft für nachwachsende Rohstoffe, Herwig Marloff, mit dem Hinweis auf die Ölkatastrophe im Golf von Mexico. Gerade in Zeiten katastrophaler Agrarpreise könne sich der Raps positiv abheben. Dies liege an der Doppelnutzung für die Lebensmittel- und Energieproduktion. Seit 15 Jahren stünden die hessischen Landwirte mit ihrer Erzeugergemeinschaft für eine nachhaltige Biokraftstoffproduktion. Der Raps werde im Rahmen der Fruchtfolge angebaut, das Öl in nahe gelegenen Ölmühlen gewonnen und in einer eigenen Anlage in Neuss zu Biodiesel verarbeitet. Das wertvolle Eiweiß im Rapskuchen sei Grundlage für die Lebensmittelerzeugung. Leider führe die Besteuerung des reinen Biodiesels dazu, dass der Einsatz in hessischen Fahrzeugen sehr stark abgenommen habe, bedauerte Herwig Marloff. Mit reinen Biokraftstoffen auf der Basis von Rapsöl erfülle man die von der Politik aufgestellten Klima- und Ressourcenschutzziele, die Forderung nach Nachhaltigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Deutschland.
Leuchtend gelbe Farbe hat mich schon als Kind fasziniert
„Ich werde die Krone mit Ehre und Stolz tragen und mein Bestes geben, um dieses Amt in den nächsten zwei Jahren würdig auszuüben und eine gute Repräsentantin für Raps und Rapsprodukte aus Hessen zu sein“. Das sagte die neue Hessische Rapsblütenkönigin Monika I. nach dem ihre Vorgängerin Katrin I. ihr die Schärpe umgehängt und die Krone aufgesetzt hatte.
Monika Allendörfer ist 22 Jahre alt, wohnt in Wehrheim im Taunus und ist von Beruf Verwaltungsfachangestellte in der Ausländerbehörde des Hochtaunuskreises. In ihrer Freizeit spielt sie Handball bei der HSG Wehrheim/Obernhain und ist dort außerdem in der Jugendarbeit tätig. Auch im Karneval engagiert sie sich und steht bei den Freunden des Karneval in Bad Homburg auf der Bühne.
Monika Allendörfer wies darauf hin, dass sie auf dem Milchviehbetrieb ihrer Eltern in Wehrheim aufgewachsen ist, der 90-Hektar-Hof werde jetzt von ihrem Bruder Christian bewirtschaftet. „Schon als Kind hat mich an Raps besonders die leuchtend gelbe Farbe fasziniert. Im Laufe der Zeit habe ich dann erfahren dürfen, welche Verwendungsvielfalt hinter dieser bemerkenswerten und auffälligen Pflanze steckt“, hob Monika I. hervor. Ihr komme es besonders darauf an, während ihrer Amtszeit auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Rapses hinzuweisen.
Schöne Erfahrungen, nette Gespräche und tolle Veranstaltungen
Die scheidende hessische Rapsblütenkönigin Katrin I. aus Vöhl am Edersee lies noch mal die Highlights ihrer zweijährigen Amtsperiode Revue passieren. Neben zahlreichen Erntedank- und Hoffesten hob sie dabei Besuche der Internationalen Grünen Woche in Berlin besonders hervor.
Harald Cost, auf dessen landwirtschaftlichen Betrieb in Karben das Pressegespräch zur Krönung der neuen Hessischen Rapsblütenkönigin stattfand, erläuterte den Journalisten die ackerbaulichen Vorteile des Rapsanbaus in der Fruchtfolge. Im Zuge des politisch bedingten Rückgangs des Zuckerrübenanbaus habe er die Rapsfläche ausgedehnt und gute Erfahrungen damit gemacht.
hbv
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