Runder Tisch Tierwohl Hessen

In regelmässigen Abständen tagt der Runde Tisch Tierwohl sowie dessen AGs (Rind und kleine Wiederkäuer, Schwein und Geflügel). Der Hessische Bauernverband ist in allen Arbeitsgruppen sowie im Plenum vertreten.
 
 
 
Übersicht der Beschlüsse und Vereinbarungen:

Beschluss zum Witterungsschutz bei Freilandhaltung, 01.11.2017
 
Gemäß § 3 Abs. 2 Tierschutz-Nutzierhaltungsverordnung müssen Haltungseinrichtungen u.a. so „ausgestattet sein, dass den Tieren, soweit für den Erhalt der Gesundheit erforderlich, ausreichend Schutz vor widrigen Witterungseinflüssen geboten wird und die Tiere, soweit möglich, vor Beutegreifern geschützt werden, wobei es im Fall eines Auslaufes ausreicht, wenn den Nutztieren Möglichkeiten zum Unterstellen geboten werden.“
Der Runde Tisch Tierwohl ist der Auffassung, dass die Liste der im Außenbereich zulässigen Vorhaben nach § 35 Abs. 1 Baugesetzbuch im Sinne des Staatszieles Tierschutz um Witterungsschutzeinrichtungen erweitert werden sollte, deren Errichtung zur Einhaltung tierschutzrechtlicher Vorschriften zur artgerechten Freilandhaltung von Tieren erforderlich ist. Er bittet die Landesregierung, sich für eine entsprechende Rechtsänderung auf Bundesebene einzusetzen.

Beschluss zum Thema innerbetriebliche Eigenkontrolle, 01.11.2017
 
Das KTBL Heft zur innerbetrieblichen Eigenkontrolle nach § 11 Abs. 8 Tierschutzgesetz wurde in der AG diskutiert. Von der AG wurden für die innerbetriebliche Eigenkontrolle zwei stark vereinfachte Musterbögen für die Tierarten Rind und kl. Wiederkäuer entwickelt. Beide Musterbögen zur innerbetrieblichen Eigenkontrolle wurden einstimmig angenommen. Die Veröffentlichung erfolgt u.a. auf der Homepage den RTT.
 
 
Beschluss zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder 13.10.2016
 
Der Runde Tisch „Nachhaltige Tierhaltung in Hessen“ begrüßt und unterstützt den von der AG Rind und andere Wiederkäuer erarbeiteten Vorschlag für die Hessische Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder.
Er bittet das HMUKLV um die zeitnahe Vorbereitung einer entsprechenden Vereinbarung, damit diese in der Praxis umgesetzt werden kann.
 
 
Beschluss zur Ablehung der betäubungslosen Kastration mit der Burdizzo-Zange bei Wiederkäuern in Hessen 13.10.2016
 
Der Runde Tisch „Nachhaltige Tierhaltung in Hessen“ begrüßt und unterstützt den von der AG Rind und andere Wiederkäuer erarbeiteten Vorschlag für die Hessische Vereinbarung zur Ablehnung der betäubungslosen Kastration mit der Burdizzo-Zange bei Wiederkäuern in Hessen.
Er bittet das HMUKLV um die zeitnahe Vorbereitung einer entsprechenden Vereinbarung, damit diese in der Praxis umgesetzt werden kann.
 
 
Beschluss zur Umsetzung der Handlungsempfehlungenzum Antibiotikaeinsatz zur Behandlung von Eutererkrankungen und beim Trockenstellen von Milchkühen 13.10.2016

Der Runde Tisch „Nachhaltige Tierhaltung in Hessen“ begrüßt und unterstützt die von der AG Rind und andere Wiederkäuer erarbeiteten Handlungsempfehlungen.
Er bittet das HMUKLV um die zeitnahe Vorbereitung einer Vereinbarung, mit der die Handlungsempfehlungen durch Milchviehhalter, Berater und Tierärzte flächendeckend in die Praxis umgesetzt werden.
 
 
Beschluss vom 13.10.2015 über eine freiwillige Vereinbarung zur verstärkten Information in Ausbildung und Beratung über:
  • Haltung und Management langschwänziger Schafe
  • Teilamputation von Lämmerschwänzen
  • Beste verfügbare Techniken und Verfahren der Teilamputation

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Beschluss Beratungskonzepte und Beratungskapazitäten des LLH 23.11.2015
 
Der Runde Tisch begrüßt nachdrücklich die Beratungskonzepte des LLH zur Verbesserung tierschutzrelevanter Haltungsbedingungen des Geflügels in Hessen sowie zur Verbesserung tierschutzrelevanter Haltungsbedingungen von Schweinen in Hessen sowie die kurzfristige Schaffung von drei zusätzlichen Stellen beim LLH für deren Umsetzung.
Der Runde Tisch spricht sich dafür aus, diese zusätzlichen Beratungskapazitäten zur Verbesserung des Tierwohls in den landwirtschaftlichen Betrieben in Hessen dauerhaft zu erhalten.
  
Beschluss zum Thema Förderung und Beratung zum Ausstieg aus der Anbindehaltung 23.11.2015
 
Der Runde Tisch setzt sich für die Entwicklung von Konzepten ein, um in Hessen die Umstellung von Betrieben mit ganz- und teiljähriger Anbindehaltung auf andere, unter Tierwohlgesichtspunkten überlegene Systeme, die für die betroffenen Tierhalter machbar sind, darunter auch teiljährige Weidehaltung, zu fördern. Im speziellen sind die derzeitigen Vorgaben aus dem Bereich der Förderrichtlinien (Förderziele, Förderkriterien und Förderhöchstsätze) diesbezüglich zu überprüfen und ggf. zu überarbeiten.
Der Runde Tisch (AG Rinder und andere Wiederkäuer) regt die Konstitution eines Arbeitskreises an, der beispielhafte Beratungskonzepte unter Berücksichtigung geltender Fördergrundsätze erarbeitet. Dieser Gruppe sollten Vertreter des LLH, des HMUKLV, von anerkannten Baubetreuungsunternehmen (zum Beispiel HLG, STA) sowie die BAT (Beratung artgerechte Tierhaltung) angehören. Der Runde Tisch (AG Rinder und andere Wiederkäuer) wird bis spätestens Herbst 2016 die bestehenden Förderrichtlinien in Hessen auf diese Zielstellung hin bewerten und gegebenenfalls Vorschläge für deren künftige Ausgestaltung vorlegen.
 
Beschluss zur Beratung bei Schafen und Ziegen 23.11.2015
 
Der Runde Tisch fordert, dass es in Hessen neben der Offizialberatung des LLH und der Beratung durch den Schaf- und Ziegengesundheitsdienst weiterhin auch die kurative und wissenschaftliche Betreuung durch die Justus-Liebig-Universität Gießen geben muss.
Er weist auf die synergistische Bedeutung dieser Beratungs- und Forschungskapazitäten vor Ort für eine nachhaltige und tiergerechte Schaf- und Ziegenhaltung hin, die auch wichtige Beiträge für die Ziele des Erhalts der Biodiversität und des Landschaftsbilds vor allem in den Mittelgebirgslagen in Hessen leisten kann.
Der Runde Tisch hebt ausdrücklich hervor, dass weiterhin Bedarf für die wissenschaftliche Erforschung und Begleitung von Problemen der Schaf- und Ziegenhaltung, insbesondere unter den Gesichtspunkten der Tiergesundheit und des Tierwohls, besteht, und daher ein universitäres Element in der Wissensstruktur in Hessen von großer Bedeutung ist.
 
Beschluss 14.03.2015
 
Vereinbarung zum Ausstieg aus dem Schnabelkürzen bei Legehennen zwischen dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klima, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der Hessischen Geflügelwirtschaft gemäß Beschluss des Runden Tisches Tierwohl.
 
Beschluss zur Beratung Milchhygiene / Eutergesundheit 14.03.2015
 
Der Runde Tisch stellt fest, dass es in Hessen ein erfolgreiches Netzwerk zur Beratung und kurativen Betreuung milchviehhaltender Betriebe einschließlich Milchschaf- und Milchziegenbestände gibt. Dies ist Voraussetzung für den Erhalt und die weitere Verbesserung der Eutergesundheit und damit zusammenhängend die Steigerung des Tierwohls in den Beständen sowie eine Stärkung des Verbraucherschutzes in Hessen. Die Milchhygieneüberwachung des RP Gießen arbeitet hier mit dem Eutergesundheitsdienst des LHL, den kommunalen Veterinärbehörden, der Hessischen Tierseuchenkasse, dem Hessischen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (HVL) sowie dem LLH in vorbildlicher Weise zusammen. Diese Vernetzung hat es ermöglicht, dass Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern bei der Eutergesundheit zu einer der führenden Regionen Deutschlands zählt. Der Runde Tisch weist ausdrücklich auf die synergistische Bedeutung der vorhandenen Beratungs- und Untersuchungskapazitäten für eine nachhaltige und tiergerechte Rinder-, Milchschaf- und Milchziegenhaltung hin, die zugleich wichtige Beiträge für eine Verbesserung des Tierwohles und des Verbraucherschutzes sowie zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in Hessen leisten kann.
Der Runde Tisch hebt ausdrücklich hervor, dass auch zukünftig Bedarf für dieses bewährte Netzwerk der Betreuung hessischer Milchviehbestände besteht und spricht sich für eine weitere Stärkung der vorhandenen Kooperationen aus.