20.03.2018

Milchpräsident Schmal: „Brauchen Sektor-Strategie für die Milchbranche“

DBV-Milchpräsident Karsten Schmal hat im Rahmen des 9. Berliner Milchforums am vergangenen Freitag einige agrarpolitische Prioritäten für die kommenden Monate benannt. Diese gelte es anzugehen, um den deutschen Milchsektor strukturell im zunehmend international geprägten Wettbewerb besser aufzustellen. „Die Marktlage ist angespannter als im Jahr 2017, sie hat sich jedoch im Vergleich zum Jahreswechsel stabilisiert. Problematisch ist derzeit vor allem die Verwertung des Milcheiweißes: Die in den Krisenjahren 2015 bis 2017 auf EU-Ebene von staatlichen Stellen angekauften Bestände an Magermilchpulver belasten den Markt und somit das Einkommen der Landwirte. Wir begrüßen die Initiative der französischen Regierung, diese öffentlichen Interventionsbestände beschleunigt abzubauen.“, betonte Schmal.
Mit Blick auf die neue Bundesregierung stellte der Milchpräsident fest: „Eine nochmalige Diskussion von agrarpolitischen Instrumenten aus der Mottenkiste, wie es staatliche Mengenregulierungen sind, wird den Milchsektor nicht weiterbringen. Statt milchpolitischem Aktionismus benötigen wir langfristig gültige Weichenstellungen: Die Vermarktungsorganisationen der Landwirte, also Erzeugerorganisationen und Genossenschaften, gehören wettbewerbsrechtlich privilegiert.“ Angesichts der zunehmenden Schwankungen der Erzeugerpreise für Milch, hob Schmal hervor, dass man weiterhin staatliche Leitplanken benötige, um hohen Einkommensschwankungen zu begegnen: Neben der öffentlichen Intervention, der Privaten Lagerhaltung gehörten hierzu die Direktzahlungen sowie eine wirksame steuerliche Begünstigung von finanziellen Rücklagen für Krisenzeiten. Doch auch die nationale Milchbranche nimmt Schmal in die Pflicht: „Wir benötigen eine Sektor-Strategie für die Milchbranche.“