21.07.2015

Milchkühen geht es heute besser als vor 40 Jahren
Präsident Schneider bezieht Stellung zur ARD-Sendung „Verheizt für billige Milch“

„Es ist unbestritten, dass die Milchleistung der deutschen Milchkühe in den vergangenen Jahrzehnten stetig angestiegen ist. Das steht im Zusammenhang mit einer leistungsgerechten Fütterung und auch der Weiterentwicklung der Haltungssysteme. Während die Kühe früher ihr ganzes Leben in dunklen, stickigen Stallungen verbrachten, stehen sie heute in hellen, gut durchlüfteten Ställen und haben die Möglichkeit zur Bewegung“. Mit diesen Worten reagierte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, auf die gestern Abend in der ARD ausgestrahlte Fernsehsendung „Verheizt für billige Milch“.
Die heutigen Haltungsformen förderten das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere und seien damit ebenso maßgeblich für eine hohe Milchleistung verantwortlich wie eine leistungsangepasste Fütterung.
„Wir wirtschaften heute nicht mehr wie unsere Väter und Großväter, wir haben heute weitreichende Erkenntnisse in den Bereichen Tiergesundheit und Herdenmanagement und setzen diese selbstverständlich für ein wirtschaftliches Betriebsmanagement ein. Dieser Wissensvorsprung  hat aber nicht mit einem „Verheizen“ der Tiere zu tun, denn wir Landwirte sind an einer gesunden und langlebigen Kuh, gepaart mit einer hohen Milchleistung, interessiert. Schlicht gesagt, wir wollen, dass es unseren Tieren gut geht, denn nur dann können wir auch wirtschaftlich erfolgreich sein“, stellt der Präsident des Hessischen Bauernverbandes Friedhelm Schneider fest. Tierwohl ist die oberste Maxime!
Wissenschaftliche Studien der Landesanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern belegen zudem, dass die krankheitsbedingte Behandlung einer Kuh in keinem signifikanten Zusammenhang zu deren Milchleistung steht. Hingegen konnte die Landesanstalt sogar feststellen, dass die Nutzugsdauer der Kühe mit steigender Herdenleistung ansteigt. Dies spiegelt sich auch in den Zuchtzielen wieder. Bereits seit 1998 spielen die Fitnessmerkmale wie Nutzugsdauer, Fundament, Fruchtbarkeit oder Eutergesundheit dort eine wichtige Rolle und nehmen mit 55 Prozent den größten Anteil ein.
Wenn Kühe krank sind, werden sie behandelt. Unsere Hoftierärzte sind Garant dafür, dass die entsprechenden Mittel verwendet werden, denn nur sie dürfen antibiotische Medikamente anwenden oder verschreiben. Schwarze Schafe, die wir nicht tolerieren, gibt es in jedem Berufsstand.
„Eins ist jedoch klar, angesichts des derzeitigen Milchpreises von 30 Cent und weniger, stehen wir Landwirte unter einem enormen Preisdruck, dem wir so auf Dauer nicht standhalten können. Ich fordere daher Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucher dazu auf, den Preiskampf nicht länger auf dem Rücken der deutschen Bauern auszutragen und endlich für Lebensmittel auch einen gerechten Preis zu zahlen.“ appelliert Schneider.