17.04.2014

Bedeutung des Rapsanbaus für Landwirtschaft und Verbraucher vorgestellt - Großes Medieninteresse beim Pressegespräch zur Rapsblüte

„Leuchtend gelb blühende Rapsfelder bereichern in diesen Tagen einmal mehr das Landschaftsbild. Die trocken warme Witterung im März und April hat dazu geführt, dass die Rapsblüte in diesem Jahr etwa zwei Wochen früher begonnen hat als in normalen Jahren.“ Das betonte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, beim gestrigen Pressegespräch auf der Ronneburg vor zahlreichen Medienvertretern. Die Wärme und der Sonnenschein der letzten Wochen hätten den Blühvorgang gefördert. Für die weitere Entwicklung der Pflanzen sei jetzt dringend Regen erforderlich, denn der März sei mit etwa einem Fünftel der sonst üblichen Niederschlagsmenge ebenso wie bislang der April, trotz vereinzelter Schauer, viel zu trocken gewesen.

Biokraftstoff und hochwertiges Eiweißfutter

Schneider wies darauf hin, dass in diesem Jahr in Hessen auf einer Fläche von 61.100 Hektar Winterraps angebaut werde. Das entspreche etwa 13 Prozent des hessischen Ackerlandes. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Winterrapsanbau in unserem Bundesland um rund 2.300 Hektar oder 3,6 Prozent zurückgegangen. „Von einem Hektar werden meist Anfang Juli durchschnittlich rund 4.000 kg Rapskörner geerntet. Diese Erntemenge ist aus 2,5 bis 3 Kilogramm Saatgut entstanden. Das heißt, jedes einzelne Samenkorn erzeugt etwa 1.300 bis 1.600 Rapskörner.“ So beschrieb Schneider die hohe Ertragskraft der heimischen Ölpflanze. Er hob besonders hervor, dass von einem Hektar Raps etwa 1.800 Liter Rapsöl oder Biodiesel und aus dem Pressrückstand rund 2.300 kg Rapsschrot gewonnen werden. Mit diesem hochwertigen heimischen Eiweißfuttermittel würden bundesweit insgesamt Sojaschrotimporte in einem Umfang von umgerechnet einer Million Hektar ersetzt. Schneider ging auch auf die gesundheitlichen Vorzüge von Rapsspeiseöl ein, das seinen Marktanteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert habe.

Preisschwankungen nehmen zu

Herwig Marloff, Vorsitzender der Hessischen Erzeugergemeinschaft für nachwachsende Rohstoffe, sagte, dass die 1.570 Mitglieder der Erzeugergemeinschaft seit 1994 daran arbeiteten, Märkte für Energie vom Acker aufzubauen. Die Anbaufläche der Mitgliedsbetriebe belaufe sich zur Ernte 2014 auf ca. 9.000 Hektar Raps. Auf dieser Fläche könnten 35.000 Tonnen Rapssaat geerntet und von der EZG gemeinsam vermarktet werden. Der Preis für Raps bilde sich mittlerweile auf dem Weltmarkt. Neben der EU mit ca. 21 Millionen Tonnen seien Kanada (17 Mio. Tonnen), Australien (3,5 Mio. Tonnen) und die Ukraine mit 2 Mio. Tonnen wichtige Rapsanbauländer. Auf den deutschen Rapsfeldern würden insgesamt rund 5 Mio. Tonnen Raps geerntet. Weiterhin werde der Rapspreis durch die Preise anderer Öl- und Eiweißpflanzen vor allem Sojabohne, Ölpalme und Sonnenblume beeinflusst. Die Preisschwankungen auf den Weltmärkten nähmen zu. Kostete Raps im April 2013 noch 470 Euro/t seien es aktuell für die neue Ernte nur noch 370 Euro/t. „Die Erzeugergemeinschaft beobachtet das internationale Marktgeschehen und nutzt die Warenterminbörsen zur Absicherung von positiven Preisphasen“, so Marloff.

Imker und Landwirte arbeiten gut zusammen

„Im vergangenen Jahr war der Raps die drittwichtigste Ackerfrucht im Main-Kinzig-Kreis nach dem Weizen, der ziemlich unangefochten und einsam an der Spitze steht und nach dem Silomais“, betonte Bruno Wörner, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Main-Kinzig. Diese drei Früchte bildeten das Rückgrat des Ackerbaus in seinem Verbandsgebiet. Er bezifferte die Winterweizenanbaufläche mit rund 7.500 Hektar, dann folge der Silomais mit rund 2.800 Hektar und der Raps mit etwa 2.400 Hektar. Wörner ging auch auf die Bedeutung der Rapsblüte für die Bienen und umgekehrt ein. Die Bauern hätten ein großes Interesse an gesunden Bienen. Imker und Landwirte im Kreis arbeiteten gut zusammen. Wörner zeigte wenig Verständnis für das Verbot der Neonicotinoide zur Beizung von Rapssaatgut durch die EU. Wie sich dies auf die Neuaussaat in diesem Jahr auswirken werden, bleibe abzuwarten. Die Landwirte Dietmar und Paul Groh berichteten von ihren langjährigen Erfahrungen mit dem Rapsanbau. Raps sei wirtschaftlich eine sehr interessante Frucht. Er eigne sich hervorragend zur Auflockerung getreidereicher Fruchtfolgen und fördere eine positive Humusbilanz. Der Winterraps sei die anspruchsvollste Kultur in ihrem Betrieb. Beim Pflanzenschutzmitteleinsatz werde das Schadschwellenprinzip konsequent angewandt.