21.12.2018

Blauzungeninfektion in Baden-Württemberg
Südhessen im Sperrgebiet

In Ottersweier, Landkreis Raststatt in Baden-Württemberg, wurde am 12.12.2018 in einem Rinderbestand bei einer routinemäßig durchgeführten Untersuchung die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) amtlich festgestellt. Damit wurde seit 2009 erstmals wieder das Blauzungenvirus in Deutschland nachgewiesen.
Um den Ausbruchsbetrieb wurde ein Restriktionsgebiet mit einem Mindestradius von 150 km eingerichtet. Das BTV-8 Sperrgebiet muss mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden. Betroffen vom Sperrgebiet sind neben Baden-Württemberg auch die Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen (Kreise Odenwald, Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Stadt Darmstadt und Groß-Gerau). 
 
Der in Baden-Württemberg nachgewiesene Serotyp 8 (BTV-8) führt in der Regel bei Rindern nicht zur Ausbildung von Krankheitssymptomen. Bei Schafen wurden dagegen, zumindest in Einzelfällen, schwere klinische Symptome und Todesfälle beobachtet. Das Virus ist für Menschen nicht gefährlich. Fleisch und Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse können daher ohne Bedenken verzehrt werden und unterliegen keinen Handelsbeschränkungen.
 
BTV-8 ist im Jahr 2018 in zahlreichen Betrieben in der Schweiz festgestellt worden. In Frankreich zirkuliert der Serotyp 8 sowie zusätzlich der Serotyp 4. Nachdem das Virus in Deutschland wieder aufgetreten ist, kann in den Gesundheitsbescheinigungen der BTV-Freiheitsstatus für Deutschland nicht mehr bestätigt werden. Für Halter von Wiederkäuern im Sperrgebiet werden die rechtlich vorgesehenen Maßnahmen angeordnet. Der Begriff Wiederkäuer schließt insbesondere auch Büffel und alle gehaltenen Wildwiederkäuer ein. Halter von Wiederkäuern müssen, sofern dies noch nicht geschehen, die Haltung und den Standort der Tiere der zuständigen Veterinärbehörde anzeigen.
 
Befristet bis 28. Februar 2019 gelten erleichterte Regelungen für den Handel sowie den Transport im Sperrgebiet und in Gebiete die keiner Regelmentierung unterliegen (innerhalb Deutschlands). Unabhängig davon wird eine Impfung gegen Serotyp 4 und  8 empfohlen.
 
Bitte beachten Sie nachfolgende, wichtige Downloads mit weiterführenden Informationen zu den Verbringungsregelungen: