26.06.2018

Deutscher Bauerntag in Wiesbaden - Zukunft wächst auf dem Land

„Zukunft wächst auf dem Land“ lautet das Leitmotiv für den Deutschen Bauerntag 2018, womit der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied eine klare Botschaft verbindet: „70 Prozent von Europa sind ländlicher Raum. Die Landwirtschaft ist dort das Rückgrat. Um dieses stabil zu halten, brauchen wir für ganz Europa eine starke und verlässliche Gemeinsame Agrarpolitik, ebenso wie ein stabiles Budget.“, hob Rukwied auf der heutigen Pressekonferenz in Wiesbaden hervor. Die rund 700 Delegierten des Deutschen Bauerntags werden dazu eine „Wiesbadener Erklärung“ beschließen, in der alle Forderungen des Verbandes für die Ausgestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) formuliert sind. Vor allem mehr gemeinsame Regeln in einem europäischen Markt, eine deutliche Vereinfachung und Entbürokratisierung und die Forderung nach einer EU-weiten Basisprämie. „Die Bundesregierung muss das aufgreifen und als europäischer Motor agieren, sowohl beim Mehrjährigen Finanzrahmen als auch bei der Ausgestaltung der GAP“, betont Rukwied. In Zeiten volatiler Märke und zunehmender Wetterextreme seien Direktzahlungen das beste Risikomanagement und eine wichtige Säule der Zukunftsfähigkeit unserer landwirtschaftlichen Betriebe. „Für den Hessischen Bauernverband ist es eine besondere Ehre, nach 1991 in Kassel wieder Gastgeber des Deutschen Bauerntages, dieses Mal in Wiesbaden, zu sein. Mit rund 16.100 landwirtschaftlichen Betrieben und circa 770.000 Hektar Fläche zeichnet sich die hessische Landwirtschaft durch eine große Vielfalt aus. Aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen und vergleichsweise guten Böden gedeihen in unserem Bundesland neben Getreide, Raps, Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln auch Sonderkulturen, wie zum Beispiel Spargel und Erdbeeren, bis hin zum Wein“, betonte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal. Große Sorgen bereite der anhaltende Verlust landwirtschaftlicher Flächen durch neue Baugebiete und Verkehrswege, zwischen 1992 und 2015 gingen mehr als 40.000 Hektar Land verloren. Besorgniserregend sei auch der dramatische Rückgang in der Schweinehaltung. Die Zahl der Mastschweinehalter in Hessen sei von 5.300 Betrieben im Jahr 2010 auf 3.200 Betriebe im Jahr 2016 und damit um 40 Prozent gesunken. Die Zahl der Zuchtsauenhalter sei im gleichen Zeitraum von 1.450 auf 770 und damit um 47 Prozent zurückgegangen.