12.02.2020

Hessischer Bauernverband warnt vor zu großer Ausweitung des Ökolandbaus

Der Staat dürfe nicht zu massiv in die Märkte eingreifen, sagte Generalsekretär Peter Voss-Fels der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Wenn etwa Produkte von Biobauern zu stark unterstützt und die Produktion hochgefahren würden, bestehe die Gefahr, dass das Angebot zu groß werde und dadurch die Erzeugerpreise sinken. Diese Entwicklung zeige sich bereits bei der Öko-Milch, erklärte Voss-Fels. Die Biobauern erzielten derzeit nicht mehr die Preise, die sie benötigten, um die Kosten für den höheren Standard zu decken. Die Verbraucher stimmten immer an der Kasse ab, mahnte der Generalsekretär. Deshalb sollte nicht von außen in das Marktgeschehen eingegriffen werden.
Zu dem neuen Ökoaktionsplan der hessischen Landesregierung für die Jahr 2020 bis 2025 äußerte sich der Vertreter des Bauernverbands zurückhaltend. «Die Bauern haben gerade wesentlich drängendere Probleme als diesen Ökoaktionsplan», sagte Voss-Fels und nannte stattdessen den anhaltenden Streit um die Düngebeschränkungen und den Rückgang der Tierzahlen in der Landwirtschaft. Die Zahl der Schweine in Hessen sei etwa im Jahresvergleich um über fünf Prozent auf 510 000 gesunken, erklärte der Generalsekretär. Die Nutztiere seien jedoch das Rückgrat und die Substanz der Landwirtschaft. Dieses Problem müsse dringend angegangen und der Entwicklung gegengesteuert werden.  dpa/hbv