23.09.2019

Erzeuger-Verbraucher-Dialog auf dem Erntefest in Frankfurt
HBV informierte über Leistungen der heimischen Landwirtschaft

„Das Erntefest mitten in Frankfurt ist mehr als ein herkömmlicher Bauernmarkt. Hier wird der Stadtbevölkerung das Thema Landwirtschaft auf eine besonders eindrucksvolle Weise nähergebracht. Informieren, ausprobieren und mitmachen lautet die Devise.“ Das sagte der neue Vorsitzende des Frankfurter Landwirtschaftlichen Vereins, Michael Schneller, bei optimalen äußeren Bedingungen zur Eröffnung des Erntefestes am vergangenen Donnerstag auf dem Frankfurter Roßmarkt. HBV-Vizepräsident Volker Lein wies in seinem Grußwort darauf hin, dass das Anfang September vom Bundeskabinett verabschiedete Agrarpaket bei den Bauern großen Unmut hervorrufe. Das gelte insbesondere für das Aktionsprogramm Insektenschutz. Nicht zielführende Verbote beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln frustrierten die Landwirte.   Dr. Matthias Mehl, der auch als ehrenamtlicher Stadtrat von Frankfurt zu den Erntefestbesuchern sprach, ging auf den Zielkonflikt zwischen der Bereitstellung von Wohnbauland für die wachsende Stadtbevölkerung und die Notwendigkeit für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen zur Lebensmittelproduktion ein. Auf dem Erntefestgelände am Roßmarkt wurde an einem abgegrenzten Quadratmeter mit laufendem Sekundenzeiger anschaulich dargestellt, dass alle drei Sekunden ein Quadratmeter landwirtschaftlicher Nutzfläche verlorengeht. In Hessen verlieren wir pro Tag rund drei Hektar wertvolles Acker- oder Grünland durch Überbauung und Versiegelung. Deshalb der eindringliche Appell: Stoppt Landfraß – jede Sekunde!   Am Stand des Hessischen Bauernverbandes wurden die Besucher über die Leistungen der heimischen Landwirtschaft informiert. Zahlreiche Passanten befüllten sich Tütchen mit Blühstreifensaatgut, um selber einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Artenvielfalt zu leisten. Kinder sollten bei einem Rätsel herausfinden, welche Lebensmittel aus Getreide hergestellt werden. Mit großer Begeisterung malten die Kleinen Getreide und lernten so den Rohstoff für Brot und Brötchen kennen.