02.06.2014

Fruchtbarer Informationsaustausch - Imkerverband und Bauernverband im Schulterschluss

Von links nach rechts: HBV-Generalsekretär Peter Voss-Fels und HBV-Präsident Friedhelm Schneider sowie LHI-Vorsitzender Manfred Ritz und LHI-Schriftführer Dieter Skoetsch tauschten sich intensiv über Landwirtschaft und Bienenhaltung aus und stellten dabei in vielen Punkten Übereinstimmung fest. Foto: Bernd Weber
Am Mittwoch der vergangenen Woche fand ein seit längerem geplanter Informationsaustausch zwischen dem Landesverband der Hessischen Imker (LHI) und dem Hessischen Bauernverband (HBV) in der LHI-Geschäftsstelle in Kirchhain statt. Von Seiten des LHI haben deren Vorsitzender Manfred Ritz und der wissenschaftliche Berater und Schriftführer des Verbandes, Dieter Skoetsch, und seitens des HBV Präsident Friedhelm Schneider und Generalsekretär Peter Voss-Fels daran teilgenommen. Dabei konnten viele Gemeinsamkeiten herausgestellt werden.

Die vielfach geäußerte Kritik an der Landwirtschaft, sie sei maßgeblich für das Bienensterben verantwortlich, wiesen Imker und Bauernvertreter als unbegründet zurück. Man war sich darin einig, dass die Landwirtschaft oft aus Unwissenheit an den Pranger gestellt werde. Aus den aktuellen Ergebnissen des Deutschen Bienenmonitorings gehe eindeutig hervor, dass nicht Pflanzenschutzmittel Hauptursache des beklagenswerten Bienensterbens seien, sondern die Varroamilbe. Ein Problem für die Bienen sei das mangelnde Nahrungsangebot nach der Rapsblüte. Blühstreifen am Rand von Äckern seien ein geeignetes Mittel, um diese Lücke zu schließen. Auch Kommunen könnten hierzu ihren Beitrag leisten, indem sie öffentliche Grünflächen vermehrt mit Blumen-Kräuter-Mischungen einsäen.

Der Landesverband Hessischer Imker wurde 1965 in Grünberg gegründet. Ihm gehören 39 Kreisvereine und rund 130 Ortsvereine an. Im Jubiläumsjahr 2013 zählte der Verband rund 8.400 Mitglieder (darunter ca. 7.300 aktive Imker) mit knapp 50.000 Bienenvölkern. Die Mitgliederentwicklung ist positiv. 2012 schlossen sich 649 neue Imker dem Verband an, 2013 waren es sogar 807. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Hobbyimker mit nur wenigen Bienenvölkern. „Das Hauptproblem ist die stagnierende Zahl der Bienenvölker, die sich derzeit bei knapp 50.000 eingependelt hat“, so Manfred Ritz. Der LHI lege großen Wert auf die Weiterbildung seiner Mitglieder. An einem Wochenende im Oktober werde jährlich eine zweitägige Schulungsveranstaltung angeboten. HBV-Präsident Schneider dankte dem LHI-Vorsitzenden Ritz und Schriftführer Skoetsch für die umfassenden Informationen über den Landesverband Hessischer Imker sowie die Bienenhaltung und Honigproduktion. Schneider betonte abschließend: „Wir brauchen uns gegenseitig.“ Für den Herbst wurde ein Gegenbesuch in Friedrichsdorf vereinbart.