25.08.2020

HBV bezieht Stellung zu Wolfsabwehrzäunen und der geplanten Überarbeitung des hessischen Wolfsmanagementplans

In einem Schreiben an die DLG hat der Hessische Bauernverband noch einmal seine Haltung zur Ungeeignetheit von Wolfsabwehrzäunen verdeutlicht und seine Forderung zur Entnahme von Problemtieren erneuert. Die Verfestigung von übersteigerten, unrealistischen Anforderungen an die Errichtung von wolfssicheren Weidezäunen, die zudem keinen effektiven Schutz vor eindringenden Wölfen bieten würden, könnten zahlreiche Tierhalterinnen und Tierhalter wirtschaftlich überfordern. Zudem seien die mit einem Ausbruch der Weidetiere verbundenen Folgeschäden als unkalkulierbares Risiko zusätzlich zu berücksichtigen. Der fehlerhafte Eindruck, mit der Errichtung von Zäunen sei ein tatsächlicher Schutz vor Wolfsrissen möglich, dürfe nicht durch die Forderung nach untauglichen Maßnahmen verfestigt werden. Damit wird auch den Folgen des zukünftigen in Überarbeitung befindlichen hessischen Wolfsmanagementplans Rechnung getragen, den Staatsministerin Hinz am 21. August 2020 in Wetzlar angekündigt hat. HBV-Vizepräsident Volker Lein, der die Anliegen des Berufsstands bei der Veranstaltung vertrat, verdeutlichte die Position des Hessischen Bauernverbands und bekräftigte die Forderung nach der Ausbildung von Landwirten zu Rissgutachtern. Die Weidetierprämie sei unbedingt auf Rinder und Pferde auszuweiten. Neben der adäquaten, unbürokratischen Entschädigung von Nutztierrissen seien auch dringend effektive Abwehrmöglichkeiten gegen Wolfsangriffe erforderlich. Die Behörden müssten von ihrer Möglichkeit Gebrauch machen, die Entnahme von Problemwölfen zu gestatten.