10.11.2020

Insektenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Kooperation statt Verbote und Auflagen

„Der Schutz von Insekten und die Förderung der Biodiversität sind auch unseren Landwirten wichtige Anliegen. Sie werden in den Betrieben zunehmend durch praktikable und wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen umgesetzt. Die Erträge vieler Kulturpflanzen von zum Beispiel Obstbäumen, Raps und Rotklee werden durch die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten deutlich verbessert. Darüber hinaus helfen Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer, tierische Schädlinge in Schach zu halten.“ Darauf hat der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal, in Bezug auf den Entwurf des Bundesumweltministeriums zum Insektenschutzgesetz hingewiesen. Die Beratungen dazu laufen jetzt auf Bundesebene an.  
 
Der auf dem Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung basierende Gesetzentwurf enthalte zahlreiche Verbote und Auflagen, die die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen erheblich einschränkten. Dazu gehöre unter anderem das Verbot von Herbiziden und bestimmten Insektiziden in Schutzgebieten des Naturschutzrechts sowie die über die Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes geplante Ausweitung des Verbots der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf bis zu zehn Meter breiten Streifen an Gewässern.
 
Einerseits fehle eine Folgenabschätzung, mit der die Betroffenheit der Landwirtschaft fundiert bewertet werde, andererseits bedürften Leistungen der Bauern in Bezug auf die Verbesserung der Artenvielfalt einer gezielten Förderung.

„Das Aktionsprogramm Insektenschutz und das Insektenschutzgesetz werden nicht in ihrer Zielsetzung, sondern hinsichtlich der vorgesehenen ordnungsrechtlichen Maßnahmen abgelehnt. Deshalb müssen die Aktivitäten der Bundesregierung zum Insektenschutz grundlegend überprüft und überarbeitet werden“, fordert Präsident Schmal und betont: „Kooperation statt Verbote – das muss die Devise sein.“
 
Der Gesetzentwurf zum Insektenschutz sei auch deshalb unausgewogen und dringend korrekturbedürftig, weil wesentliche Einflussfaktoren auf den Insektenrückgang, etwa der Flächenverbrauch, die Lichtverschmutzung, klimatische Veränderungen und die zunehmende Mobilität nicht konsequent angegangen würden.  
 
„Insektenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, auch Kommunen und jeder Einzelne kann dazu einen Beitrag leisten. Auf öffentlichen Flächen sowie in Haus- und Vorgärten gibt es ein enormes Potential, die Lebensbedingungen von Insekten durch geeignete blühende Pflanzen zu verbessern“, hebt Schmal hervor. Die hessischen Landwirte seien in den letzten Jahren durch die zunehmende Anlage von Blühstreifen und anderen Agrarumweltmaßnahmen mit gutem Beispiel vorangegangen.
 
Um die notwendigen Veränderungen am Gesetzentwurf herbeizuführen, wenden sich die Damen und Herren Vorsitzenden der Kreis- und Regionalbauernverbände im Vorfeld der bald beginnenden Beratungen im Bundesrat und Bundestag mit einem entsprechenden Schreiben oder in direkten Gesprächen an Bundes- und Landtagsabgeordnete. Um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, erhalten die Abgeordneten ein Päckchen mit einem Positionspapier, Blühsaatgut, ein Glas Honig und eine Videobotschaft von HBV-Präsident Schmal. Zusätzlich informiert ein Flyer über das Engagement der hessischen Bauernfamilien im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen“.
 
Den  Link für die Videobotschaft von Präsident Schmal zum Insektenschutzgesetz finden Sie hier:  https://youtu.be/Vep27VgRAA4