09.09.2019

Landtagspräsident Rhein und Ministerpräsident Bouffier heben Bedeutung der Landwirtschaft hervor
Abend der Hessischen Agrarwirtschaft sehr gut besucht

Viele Gäste aus dem landwirtschaftlichen Berufsstand, der Beratung und Verwaltung sowie den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen folgten der Einladung des Hessischen Bauernverbandes zum Abend der Agrarwirtschaft, der am vergangenen Mittwoch im Hessischen Landtag in Wiesbaden stattfand. Sie nutzten die Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit den zahlreich erschienenen Landtagsabgeordneten.

„Bäuerinnen und Bauern sind diejenigen, die unsere Lebensgrundlage schaffen. Landwirtschaft ist Lebenswirtschaft“, sagte Landtagspräsident Boris Rhein. Die Produktion von Lebensmitteln sei mit harter Arbeit verbunden. Dafür müsse auch ein angemessener Preis gezahlt werden. Dieser Abend biete die Gelegenheit, Dankeschön zu sagen für die harte Arbeit der Bauernfamilien.

Ministerpräsident erteilt höherer Umschichtung der EU-Direktzahlungen eine klare Absage

„Wir haben viel miteinander zu besprechen. Jeden Tag hören wir, beispielsweise in Bezug auf den Klimawandel, dass es so nicht weitergehen kann. Das, was sich ändern soll, darf aber nicht allein Sache der Landwirtschaft sein, sondern muss ein gemeinsames Anliegen sein.“ Das betonte Ministerpräsident Volker Bouffier in seinem Grußwort. Dem Beschluss des Bundeskabinetts, die Umschichtungen der EU-Direktzahlungen aus der Ersten in die Zweite Säule von 4,5 auf 6 Prozent zu erhöhen, erteilte der Ministerpräsident eine klare Absage und stellte die Frage in den Raum: „Was würden unsere Landesbediensteten sagen, wenn man ihnen fünf Prozent ihrer Bezüge wegnähme.“ Die Bauern bräuchten eine Einkommenssicherheit. Ansonsten seien immer weniger bereit, Landwirtschaft zu betreiben. „Zukunftssicherheit für die Landwirtschaft ist auch Zukunftssicherheit für unser Land“, hob Ministerpräsident Bouffier hervor.

Den Bogen nicht überspannen

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, listete in seiner Ansprache eine Reihe von Themen auf, die die Bauern derzeit beschäftigen, zum Beispiel das Mercosur-Abkommen, mit dem die klimaschädliche Brandrodung weiterer Regenwälder in Südamerika drohe, die erneute Verschärfung der Düngeverordnung, dramatisch sinkende Tierbestände, vor allem in Hessen, und das vom Bundeskabinett verabschiedete Paket für mehr Tier- und Umweltschutz in der Landwirtschaft. „Hierbei darf der Bogen nicht überspannt werden. Ansonsten wird unsere Wettbewerbsfähigkeit empfindlich geschwächt“, betonte Schmal. Von Politik und Gesellschaft gewünschte Veränderungen, die der Berufsstand nicht erst seit heute auch aus eigenem Antrieb vornehme, müssten praktikabel und wirtschaftlich tragfähig sein. Zunehmende Auflagen und die ständige Kritik an ihrer Arbeit belasteten die Bauernfamilien sehr. Sie seien es leid, immer nur an den Pranger gestellt und für alles verantwortlich gemacht zu werden. „Ich bitte Sie als politische Entscheidungsträger eindringlich, die Anstrengungen von Bauern und Waldbesitzern, zum Beispiel beim Klimaschutz, auch durch entsprechende Rahmenbedingungen zu unterstützen“ appellierte Schmal an die zahlreich erschienenen Landtagsabgeordneten sowie Ministerinnen und Minister.

Lisa Kamm und Lars Döppner, Vorsitzende und Vorsitzender der Hessischen Landjugend, überreichten gemeinsam mit einigen Landjugendlichen die von Landjugendgruppen aus Gießen und Limburg-Oberlahn kunstvoll gebundenen Erntekronen an Landtagspräsident Rhein und Ministerpräsident Bouffier.
 
Landtagspräsident Boris Rhein (rechts) im Gespräch mit HBV-Präsident Karsten Schmal (Mitte) und HBV-Generalsekretär Peter Voss-Fels (links)
 
Hessens Digitalisierungs-Ministerin Kristina Sinemus, Ministerpräsident Volker Bouffier und Landtagspräsident Boris Rhein
HBV-Präsident Karsten Schmal, Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser
 
Fotos: Mohr