14.04.2020

Leuchtend gelbe Rapsfelder beleben die Landschaft
Rapsanbauflächen im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausgeweitet

„Mit leuchtend gelben Blüten zeigt sich der Raps in diesen Tagen und den nächsten Wochen von seiner schönsten Seite. Die gelben Farbtupfer beleben unsere Kulturlandschaft. Nicht nur die Menschen erfreuen sich daran, sondern auch Bienen, die in den blühenden Rapsfeldern Pollen und Nektar finden. Von einem Hektar Raps, das sind 10.000 Quadratmeter, können im Durchschnitt 40 Kilogramm oder 80 Gläser Rapshonig gewonnen werden.“ Darauf weist der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, hin. Jedoch leidet der Raps derzeit, ebenso wie alle anderen Kulturpflanzen, unter fehlenden Niederschlägen.

In den Jahren 2018 und 2019 waren die Aussaat- und Anbaubedingungen wegen der Dürre und lang anhaltenden Trockenheit äußerst ungünstig. „Deshalb ist der Rapsanbau regelrecht eingebrochen. In Spitzenjahren wurden in Hessen mehr als 60.000 Hektar Raps angebaut, das waren rund 13 Prozent der Ackerfläche. 2020 liegt dieser Anteil nur noch bei 7,6 Prozent“, bedauert Schmal. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Winterraps-Anbaufläche in Hessen nach einer Prognose der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) wieder um 30 Prozent auf 35.800 Hektar ausgedehnt worden, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau (27.500 Hektar) ausgehend.

In den zwei Monaten nach der Blüte verändern die Rapspflanzen ihr Erscheinungsbild. Aus den gelben Blüten entstehen unscheinbare Schoten, in denen während des Sommers mehr als 20 kleine schwarze Rapskörner heranreifen. Blätter fallen ab, die Stängel werden zu braunem und trockenem Stroh. Rapskörner und Rapspflanzen werden zu 100 Prozent verwertet. Nach der Ernte mit dem Mähdrescher, in der Regel im Juli, verbleiben Stängel und Schoten als organischer Dünger kleingehäckselt auf dem Feld. Von einem Hektar werden durchschnittlich 4.000 Kilogramm Rapskörner mit einem Ölgehalt von rund 40 Prozent geerntet. Der Pressrückstand von cirka 60 Prozent wird zu einem hochwertigen, eiweißreichen Tierfutter (Rapsschrot) verarbeitet. Aus der Rapsernte von einem Hektar werden in Ölmühlen etwa 1.600 Liter Rapsöl oder Biodiesel und aus dem Pressrückstand 2.400 Kilogramm Rapsschrot gewonnen.

„Dieses heimische, gentechnikfreie Eiweißfutter wird hauptsächlich an Rinder, aber auch an Schweine und Geflügel verfüttert und ersetzt Sojaschrotimporte aus Südamerika in einem Umfang von mehreren 100 Tausend Hektar. Somit trägt der Rapsanbau in Deutschland auch zum Klimaschutz bei, weil Regenwälder erhalten bleiben“, betont Schmal.

Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent rangiert Rapsspeiseöl seit Jahren deutlich vor Sonnenblumenöl und Olivenöl. In den letzten Jahren hat sich mehr und mehr herumgesprochen, dass Rapsspeiseöl sehr gesund ist. Wegen seiner günstigen Fettsäurezusammensetzung und dem hohen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren wird Rapsspeiseöl von Ernährungswissenschaftlern empfohlen.