17.05.2019

„Auch in diesem Jahr haben hessische Landwirte auf ihren Äckern vermehrt Blühflächen angelegt und leisten damit einen Beitrag zur Verbesserung der Artenvielfalt. Mit 16.000 Kilogramm Blühstreifen-Saatgut hat der Hessische Bauernverband in diesem Jahr doppelt so viel Saatgut über seine Kreis- und Regionalbauernverbände an Landwirte abgegeben wie 2018. Damit wurden etwa 1.600 Hektar Blühflächen angelegt. Dies entspricht einem fünf Meter breiten Blühstreifen mit einer Gesamtlänge von 3.200 Kilometern.“ Das betonte der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, Volker Lein, am Freitag (17. Mai) im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Wir machen das Land bunter – gemeinsam für mehr Artenvielfalt“ auf dem Opernplatz in Frankfurt am Main.  
 
Die aus 16 verschiedenen Pflanzenarten bestehenden Blühstreifen liefern Bienen und Insekten nach der Obst- und Rapsblüte durch die unterschiedlichen Blühzeiten über den ganzen Sommer hinweg wertvolle Nahrung. Darüber hinaus schaffen sie Brut- und Deckungsräume für Wildtiere. Auch Vögel profitieren von den Samen der Pflanzen und Insekten. Darüber hinaus werden Nützlinge, wie zum Beispiel Marienkäfer, Spinnen, Regenwürmer, Schwebfliegen und Laufkäfer gefördert.  
 
Insgesamt 8.200 Kilometer Blühstreifen in Hessen
 
„Im Rahmen von sogenannten Agrarumweltmaßnahmen und der EU-Agrarförderung wurden in Hessen laut amtlicher Statistik 2018 von Landwirten insgesamt 4.100 Hektar einjährige und mehrjährige Blühflächen angelegt. Rein rechnerisch entspricht diese Fläche einem fünf Meter breiten Streifen von 8.200 Kilometern Länge. Dafür wurde zum Teil auch die Blühsaatenmischung der Gemeinschaftsinitiative verwendet“, sagte Lein. Dass die Landwirtschaft hauptverantwortlich für den Artenrückgang sein soll, wie vielfach behauptet, wies Lein entschieden zurück. Die Landbewirtschaftung sei zwangsläufig mit einem Eingriff in Natur und Landschaft verbunden. Dabei würden die Ökologie, Ökonomie und soziale Faktoren gleichermaßen berücksichtigt. Es müsse bedacht werden, dass die Hauptaufgabe der Bauern darin bestehe, Lebensmittel zu produzieren und die von der Gesellschaft gewünschten Qualitätsstandards zu erfüllen. Schließlich gehe es darum, die Menschen in der Region und die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.  
 
„Die Artenvielfalt zu verbessern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, hoben Lein und der Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Imker, Manfred Ritz, gemeinsam hervor. Auch Landkreise, Kommunen und natürlich auch Privatpersonen könnten einen Beitrag zur Verbesserung der Biodiversität leisten, und zwar durch die Anlage von Blühflächen, anstatt nur Rasen oder Schotterflächen. In Gärten, auf Terrassen und Balkonen sollten blühende Pflanzen nicht fehlen. Um dazu einen Anreiz zu geben, verteilten Landwirte und Imker auf dem Opernplatz Saatguttütchen, die sich Interessierte mit der bewährten Blühsamenmischung befüllen und mit nach Hause nehmen konnten. Im Dialog mit vielen Passanten und Verbrauchern konnten manche Vorurteile und Missverständnisse, die moderne Landwirtschaft betreffend, ausgeräumt werden.
 
Erfolgreiche Gemeinschaftsinitiative  
 
2017 haben der Hessische Bauernverband, der Landesverband Hessischer Imker und das Hessische Landwirtschaftsministerium die Gemeinschaftsinitiative „Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen – Landwirte und Imker sind Partner“ gestartet. Sie ist Teil der landesweiten Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ und hat entscheidend dazu beigetragen, dass alle Beteiligten sich verstärkt darum kümmern, die Lebensbedingungen und das Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten zu verbessern.