29.11.2018

Karsten Schmal mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, wurde auf der Vertreterversammlung seines Verbandes am Donnerstag (29. November) in Vöhl mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Er erhielt 104 von 109 gültig abgegebenen Stimmen. Damit votierten 95 Prozent der Delegierten für Schmal. Er steht seit 2015 an der Spitze des Hessischen Bauernverbandes und wurde Ende dieses Jahres zu einem der vier Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes gewählt. Als DBV-Milchpräsident ist Karsten Schmal auch international viel unterwegs, um die Interessen der deutschen Milcherzeuger zu vertreten. Der 53-jährige Agraringenieur bewirtschaftet mit seiner Familie in Waldeck-Sachsenhausen einen Futterbaubetrieb mit 200 Milchkühen und 230 Hektar landwirtschaftliche Fläche.

In seiner Rede zeigte sich Schmal enttäuscht von der zunehmend ideologisch geprägten Landesagrarpolitik. Das gilt vor allem für den Bereich der Sauenhaltung in Bezug auf die Umsetzung des sogenannten Kastenstandurteils und das Auslaufen der betäubungslosen Ferkelkastration. Kritik übte Schmal auch an dem abrupten Ende der Schulmilchkakaoförderung in Hessen und an der „Glyphosat-Ausstiegsstrategie“ auf Landesebene.

Dagegen lobte der Bauernpräsident die gute Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landwirtschafts- und dem Hessischen Kultusministerium im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „Bauernhof als Klassenzimmer“.

Gleiches gilt für das vom Landesverband Hessischer Imker und dem Hessischen Bauernverband angestoßene Projekt „Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen“, das im Rahmen der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ auch von der Landesregierung unterstützt wird.

„Wir müssen den EU-Agrarhaushalt in beiden Säulen stabil halten, die Flächenzahlungen fortführen, Wettbewerbsverzerrungen im Binnenmarkt vermeiden und die Agrarförderung endlich vereinfachen“, sagte Schmal mit Blick auf die künftige Ausrichtung der EU-Agrarpolitik nach 2020. Mit seiner Klimastrategie, wonach die Landwirtschaft anstrebe, die eigenen Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu senken und den Beitrag durch nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie zu verdoppeln, stelle sich der Bauernverband zukünftigen Herausforderungen. Das gelte auch für die vom Berufsstand formulierte Ackerbaustrategie und die Initiative Tierwohl.

Die geplante Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete wurde von Präsident Schmal heftig kritisiert. Die neue Gebietskulisse sei nicht geeignet, einen sachgerechten und differenzierten Ausgleich von Standortnachteilen zu gewährleisten. Oberstes Ziel müsse sein, eine flächendeckende Landbewirtschaftung in den benachteiligten Gebieten sicherzustellen. Dazu wurde eine Entschließung verabschiedet, in der die hessische Landesregierung aufgefordert wird, eine Verschiebung der Umsetzung und Änderung der Abgrenzungsmethodik vorzunehmen. Darüber hinaus fordert der Hessische Bauernverband unter anderem, für Gebiete, die dennoch aus der Gebietskulisse fallen, alle EU-rechtlich zulässigen Übergangsregelungen anzuwenden und die Ausgleichszulage auch zukünftig finanziell so auszugestalten, dass eine sachgerechte Differenzierung nach Standortqualität möglich bleibt.




Der wiedergewählte Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, mit seinen Vizepräsidenten.