08.10.2021

HBV-Präsident Karsten Schmal mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt
Alle drei Vizepräsidenten in ihren Ämtern bestätigt

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal, ist heute, Freitag 8. Oktober, mit einem überwältigenden Ergebnis wiedergewählt worden. Schmal erhielt von der HBV-Vertreterversammlung in Gemünden im Vogelsbergkreis in geheimer Wahl 115 der 117 abgegebenen Stimmen. Demnach haben 98 Prozent der Delegierten für ihn votiert. Schmal tritt damit seine dritte dreijährige Amtszeit als HBV-Präsident an. Er hat diesen Posten seit 2015 inne. Der 55-jährige Agraringenieur bewirtschaftet in Waldeck-Sachsenhausen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb. Er ist seit 2018 Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und seit 2016 DBV-Milchpräsident.
 
Schmal zeigte sich besorgt über die katastrophale Lage auf dem Schweinemarkt. Das derzeitige Preisniveau von 1,20 Euro je Kilogramm Schweinefleisch sei für die Schweinehalter ruinös und existenzgefährdend. Der aufgrund der Afrikanischen Schweinepest von China verhängte Importstopp habe neben der Corona-bedingten Schließung von Restaurants und Kantinen schon im vergangenen Jahr zu einem dramatischen Einbruch der Schweinepreise in Deutschland geführt. „Schlachtunternehmen, Verarbeiter, Großverbraucher und nicht zuletzt der Lebensmitteleinzelhandel sind jetzt gefordert, die heimische Erzeugung durch eine entsprechende Einkaufs- und Preispolitik zu stärken“, betonte Schmal.  
 
Vor dem Hintergrund des Klimawandels wies er darauf hin, dass Acker- und Grünlandflächen sowohl in der Lage seien, Wasser aufzunehmen und zu speichern als auch Kohlenstoff zu binden und somit Treibhausgase in der Atmosphäre zu reduzieren. Das sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb müsse die Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen minimiert werden.   Mit den Anforderungen der Gesellschaft nach mehr Tierwohl, Artenvielfalt und Klimaschutz stehe die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen. Eine umwelt- und tierschutzgerechtere Landwirtschaft müsse sich rechnen. „Das heißt, die von uns Landwirten erbrachten Leistungen müssen angemessen honoriert werden. Keinesfalls darf es zu einer Verlagerung der Produktion ins Ausland kommen“, hob Schmal hervor und sagte mit Blick auf die anstehenden Koalitionsgespräche: „Wir brauchen in erster Linie gute Einkommen, Wertschätzung für unsere Arbeit, verlässliche Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und Zukunftsperspektiven auch und gerade für unsere Jugend.“ Essentiell seien darüber hinaus unternehmerische Freiräume, Bürokratieabbau und eine Politik mit Augenmaß. Dies seien wesentliche Forderungen des Berufsstandes an die künftige Bundesregierung.  
 
Vizepräsidenten mit sehr guten Ergebnissen wiedergewählt
 
Wiedergewählt wurden auch die drei Vizepräsidenten des Hessischen Bauernverbandes: Thomas Kunz (56) erhielt 97 Prozent der Stimmen. Kunz wurde erstmals 2014 zum Vizepräsidenten gewählt. Der Agrartechniker ist Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Rheingau-Taunus. Außerdem ist er Kreislandwirt und seit 2019 Vorsitzender des Landesagrarausschusses, einem Gremium, das gegenüber dem Ministerium und der Verwaltung zu landwirtschaftlichen Fachfragen Stellungnahmen abgibt. Kunz bewirtschaftet mit seiner Familie i n Heidenrod-Niedermeilingen einen Ackerbaubetrieb mit Schweinehaltung und Direktvermarktung   Volker Lein (51) wurde ebenfalls mit 97 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Vogelsberg - in diesem Amt wurde er kürzlich ebenfalls wiedergewählt - bewirtschaftet mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb und eine Biogasanlage in Homberg/Ohm-Bleidenrod. Der Landwirtschaftsmeister ist außerdem Jagdvorsteher, im Ortsbeirat seiner Gemeinde sowie als stellvertretender Kreislandwirt tätig. Lein ist seit 2017 Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes.   Für Stefan Schneider (41) votierten 99 Prozent der Delegierten. Schneider ist ebenfalls seit 2017 Vizepräsident und war im März dieses Jahres zum Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld gewählt worden. Der Fachbetriebswirt für Agrarwirtschaft bewirtschaftet mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb in Künzell.    

Der wiedergewählte Vorstand des Hessischen Bauernverbandes (vlnr):
Thomas Kunz, Präsident Karsten Schmal, Volker Lein, Stefan Schneider



Ehrungen für Matthias Bug und Peter Voss-Fels
 
Der ehemalige Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, Matthias Bug, wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die hessische Landwirtschaft mit der goldenen Ehrennadel des Hessischen Bauernverbandes ausgezeichnet. Präsident Schmal hob in seiner Laudatio auch Bugs erfolgreiches Wirken als Aufsichtsratsmitglied der Hochwald Foods GmbH hervor. In dieser Führungsposition habe Matthias Bug die Weiterentwicklung der Molkerei mit einem neuen Standort in Mechernich im Rheinland und die konsequente strategische Ausrichtung des Unternehmens auf deutsche, aber auch internationale Märkte mit verantwortet. Da die Hochwald Molkerei etwa zwei Drittel der hessischen Milch erfasse, profitierten viele hessische Milcherzeuger von dieser positiven Entwicklung. Dem langjährigen Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes, Peter Voss-Fels, wurde mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft eine besondere Auszeichnung zuteil. „Sie haben Ihr ganzes Berufsleben in den Dienst des Hessischen Bauernverbandes und seiner Tochterunternehmen gestellt. Mit dem Eintritt in den verdienten Ruhestand zum 1. April ging nach 38 Jahren, davon 18 als HBV-Generalsekretär, eine Ära zu Ende“, betonte Präsident Schmal. Mit viel Sachverstand, großem Stehvermögen und hohem persönlichem Einsatz habe Voss-Fels nicht nur den Hessischen Bauernverband, sondern auch mehrere Tochterunternehmen erfolgreich geführt. Der Anbau zum Haus der hessischen Landwirtschaft sei eine Zukunftsinvestition und ein Beleg für den Weitblick von Peter Voss-Fels. Durch seinen unermüdlichen Einsatz habe er sich bleibende Verdienste um die hessische Landwirtschaft erworben. In der nächsten Ausgabe des LW Hessenbauer wird umfassend über die Vertreterversammlung des Hessischen Bauernverbandes berichtet.