14.01.2022

Milchviehbetriebe haben viel in Tierwohl investiert
Verzicht auf Anbindehaltung verdrängt kleinere Familienbetriebe

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Karsten Schmal, begrüßt das Vorhaben von Aldi, bis 2024 Trinkmilch nur noch aus heimischer Landwirtschaft anzubieten.
 
Im gleichen Zeitraum will Aldi allerdings vollständig auf Milch aus Haltungsform 1 (Anbindehaltung von Kühen) verzichten. Edeka sogar schon in diesem Frühjahr.  
 
„Damit werden vor allem kleinere Familienbetriebe, in denen die Anbindehaltung von Milchkühen, wie zum Beispiel in Süddeutschland, noch stark verbreitet ist, aus dem Markt gedrängt. Denn es ist unmöglich, innerhalb weniger Monate auf andere Haltungsformen umzustellen“, so Schmal. Im Übrigen hätten die Milchviehbetriebe durch den Bau von modernen Boxenlaufställen die Haltungsbedingungen von Milchkühen entscheidend verbessert. Diese Ställe bieten den Tieren viel Bewegungsfreiheit und haben eine sehr gute Frischluftzufuhr. Darüber hinaus ermöglichen Kuhbürsten bzw. „Massagebürsten“ einen hohen Kuhkomfort.
 
„Grundsätzlich sind unsere Milchviehhalter bereit, neue Erwartungen an Tierwohl zu erfüllen. Mit den damit verbundenen höheren Kosten dürfen die Betriebe jedoch nicht allein gelassen werden. Hier ist zunächst der Lebensmitteleinzelhandel gefordert. Des Weiteren sind ausreichende Vorlaufzeiten unabdingbar“, betont Schmal.