11.05.2015

Präsident Schneider wehrt sich gegen Vorwürfe der Bundestierärztekammer zur Anbindehaltung

Die Bundestierärztekammer (BTK) hatte in einer Stellungnahme den kompletten Ausstieg aus der Anbindehaltung und eine dahingehende Verschärfung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung gefordert. Weiterhin verweist die Kammer in ihrer öffentlichen Stellungnahme darauf, dass die Cross Compliance-Kontrollen ein wirksames Instrument zur Sanktionierung von Betrieben sein könnten, deren Tiere sich in ständiger Anbindehaltung befinden. Trotz der hohen Arbeitsintensität ist diese Form der Haltung auch heute noch in über 50 Prozent der milchviehhaltenden Betriebe in Hessen vorzufinden. Die Stellungnahme der Bundestierärztekammer ist somit ein massiver Angriff auf die hessischen Milchviehbetriebe und die dahinter stehenden Familien.

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, hat sich daher in einem Schreiben an den Präsidenten der Bundestierärztekammer, Professor Theodor Mantel, gewandt und vehement gegen eine pauschale Verunglimpfung dieser Tierhalter ausgesprochen. Er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Anbindehaltung nach EU-Recht gestattet ist, wenn dem Bedürfnis der Tiere nach ausreichender Bewegungsfreiheit trotzdem genüge getan wird und die Tiere nicht leiden. Auch die geforderte Verschärfung der bestehenden Rechtslage weist Schneider vehement zurück. „Die rechtlichen Grundlagen für Kontrollen und mögliche Sanktionierungen sind längst gegeben und müssen nicht zusätzlich geschaffen werden. Stammtischparolen haben keinen Platz, wenn es um bäuerliche Existenzen geht. Von Partnern erwartet man Sachlichkeit und keine demagogischen Verletzungen. Das Fähnchen nach dem Wind kann jeder drehen“, so Schneider.