Hessischer Bauernverband - Agrarpolitik und Verbandswesen
16.02.2021

Bauernproteste vor dem Hessischen Landwirtschaftsministerium
Positionspapiere zum Insekten- und Gewässerschutz überreicht

„Insekten- und Gewässerschutz MIT der Landwirtschaft“ – unter dieser Überschrift haben der Hessische Bauernverband (HBV), Land schafft Verbindung Hessen (LsV) und die Hessische Landjugend (HLJ) heute vor dem Hessischen Landwirtschaftsministerium in Wiesbaden eine Mahnwache abgehalten und ihre Unzufriedenheit über die völlig unzureichenden agrarpolitischen Rahmenbedingungen unter großem Medieninteresse kundgetan. HBV-Präsident Karsten Schmal überreichte im Namen der Verbände Oliver Conz, Staatssekretär im Hessischen Landwirtschaftsministerium, die gemeinsamen Positionspapiere (siehe Anhang). „Die hessischen Bauernfamilien stehen uneingeschränkt zum Insekten- und Gewässerschutz. Derzeitige und künftige gesetzliche Vorgaben nehmen die Landwirte mit Verboten und Auflagen jedoch einseitig in die Pflicht, ohne damit wirkliche Verbesserungen zu erzielen. Arten- und Insektenschutz in der Agrarlandschaft könnten nur gemeinsam mit den Landwirten und deren Erfahrungen gelingen“, hob Schmal in mehreren Interviews hervor. Die Anlage von Blühstreifen und die Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen belegten dies in Hessen eindrucksvoll. Massive Kritik übte HBV-Vizepräsident Thomas Kunz an der vielfach nicht nachvollziehbaren Festlegung der nitratgefährdeten sogenannten Roten Gebiete im Zuge der Umsetzung der Landesdüngeverordnung und der Missachtung von konstruktiven Vorschlägen seitens des Berufsstands. Diese Problematik soll morgen im Rahmen einer weiteren Mahnwache vor dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie aufgegriffen werden. Der Leiter des HLNUG, Prof. Dr. Thomas Schmid, wird gegen 13:30 Uhr ein Positionspapier zum Gewässerschutz erhalten und den Bäuerinnen und Bauern Rede und Antwort stehen. Die Mahnwachen werden am kommenden Donnerstag und Freitag vor dem Hessischen Landtag und in der nächsten Woche ab Montag vor der Staatskanzlei fortgesetzt. Dann wird das Gespräch mit Landtagsabgeordneten und Spitzenvertretern der Hessischen Staatskanzlei gesucht, um im weiteren Gesetzgebungsverfahren beim Insektenschutzpaket dringend notwendige Korrekturen einzufordern.