16.09.2019

„Das vom Bundeskabinett beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz hat unsere Landwirte sehr erzürnt und regelrecht geschockt“. Mit diesen Worten beschreibt der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, die Gefühlslage der Bauern, nach dem das vom Bundesumweltministerium verfasste und von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu verantwortende Papier bekannt wurde.  
 
„Die geplanten Verbote von Pflanzenschutzmitteln entlang Gewässern in Schutzgebieten gehen weit über das Fachrecht hinaus und sind nicht hinnehmbar. Zudem ist fraglich, ob das gewünschte Ziel damit überhaupt erreicht wird“, kritisiert Schmal. Die Bauernfamilien seien sehr enttäuscht darüber, dass ihr zunehmendes Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Insekten und der Artenvielfalt, zum Beispiel durch das Anlegen von Blühstreifen mit einer Gesamtlänge von vielen tausend Kilometern in ganz Deutschland, nicht anerkannt werde.
 
Natur- und Artenschutz könnten nur mit den Bauern funktionieren und nicht gegen sie. „Kooperation statt Konfrontation muss die Devise lauten. Wir Bauern leben von und mit der Natur und haben ein ureigenes Interesse an einer vielfältigen Flora und Fauna“, hebt Schmal hervor. Das Aktionsprogramm Insektenschutz sei über die Köpfe der Bauern hinweg „     gestrickt“ worden. Ein runder Tisch, zu dem Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner die maßgeblichen Akteure, darunter auch den Bauernverband, eingeladen habe, fand erst nach der Verabschiedung des Papiers durch das Bundeskabinett statt. Das ist kontraproduktiv.  
 
Die Ursachenforschung komme bei dem Aktionsprogramm viel zu kurz. Sie müsse am Anfang stehen, um daran anknüpfend gezielte Maßnahmen zu ergreifen.  
 
„Das Aktionsprogramm Insektenschutz darf den Bundestag in der vorliegenden Version nicht passieren. Grundlegende Änderungen sind unerlässlich. Beim Insektenschutz handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Alle müssen dazu ihren Beitrag leisten, nicht nur die Landwirtschaft“, betont Präsident Schmal.