23.01.2020

HBV-Präsident Karsten Schmal weist Kritik der Wasserversorger an Landwirten entschieden zurück

„Der Schutz von Boden, Luft und Wasser hat in der Landwirtschaft einen hohen Stellenwert, schließlich handelt es sich hierbei um unsere Produktions- und Lebensgrundlagen.“ Mit diesen Worten weist der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal, die Kritik des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz, der von den Landwirten mehr Anstrengungen beim Schutz von Boden und Gewässern verlangt, entschieden zurück. Diese generelle Kritik an den Landwirten gehe zu weit. Schließlich erfüllten 82 Prozent der Messstellen in Deutschland die strengen Trinkwasserqualitätskriterien.
 
Die bundesweiten Proteste der Landwirte gegen die geplante weitere Verschärfung der Düngeverordnung seien sehr wohl gerechtfertigt. „Es ist fraglich, ob die vorgesehenen Maßnahmen zielgerichtet sind und überhaupt den gewünschten Nutzen für den Gewässerschutz bringen. Die in den sogenannten roten Gebieten vorgeschriebene pauschale Reduzierung der Stickstoffdüngung um 20 Prozent unter dem Pflanzenbedarf ist fachlich nicht zu begründen. Die vom Handel und von Verbrauchern gewünschten Qualitäten sind so nicht zu erzielen“, so Präsident Schmal. Deshalb müssten die roten Gebiete, die in Hessen etwa ein Viertel der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche ausmachen, deutlich verringert werden. Dazu sei eine Binnendifferenzierung notwendig.
 
Das den roten Gebieten beziehungsweise Grundwasserkörpern zugrunde liegende Messstellennetz müsse unbedingt auf den Prüfstand. Im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten gebe es in Deutschland Defizite in Bezug auf die Dichte und Repräsentativität des Messnetzes. Dagegen seien die Auswirkungen für die Landwirtschaft durch die starken Einschränkungen bei der Stickstoffdüngung gravierend. Deshalb sei eine Überprüfung und Neubewertung des Messnetzes dringend geboten.   „Wir haben immer betont, dort, wo es landwirtschaftsbedingte Nitratgrenzwert-überschreitungen in Gewässern gibt, muss gegengesteuert werden. Das muss aber in Kooperation mit der Landwirtschaft und den Wasserversorgungs-unternehmen erfolgen. Diese Kooperationen haben sich bewährt. Es gibt dafür landesweit viele gute Beispiele“, hebt Schmal hervor.