03.08.2020

HBV-Generalsekretär Peter Voss-Fels zu den Äußerungen des HLNUG zur Stölzinger Wölfin

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat sich in der Hersfelder Zeitung und der Werra-Rundschau vom 3.8.2020 zur Nachweisbarkeit von Nutztier-Rissen durch die Stölzinger Wölfin geäußert. Dazu hat der Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes, Peter Voss-Fels, wie folgt Stellung bezogen:
 
Die Äußerungen des HLNUG, wonach man nicht zweifelsfrei sagen könne, ob die Stölzinger Wölfin wirklich bei allen dokumentierten Nutztier-Rissen den für die Zäunung geltenden Grundschutz überwunden hat und vor allem die weiteren Ausführungen von HLNUG-Mitarbeiterin Susanne Jokisch, sind eine Unverschämtheit und an Arroganz nicht zu überbieten.
 
Ihre Ausflüchte und die an den Haaren herbeigezogenen Szenarien, nach denen der Grundschutz gegebenenfalls nicht erfüllt wurde, sind ein Schlag ins Gesicht unserer Weidetierhalter.
 
Aufgrund äußerer Einflüsse (Stromausfall durch zum Beispiel Blitzeinschläge oder Batteriediebstahl von Weidezaungeräten) ist der Grundschutz der Weidetiere trotz regelmäßiger Kontrollen durch den Landwirt natürlich nicht hundertprozentig zu gewährleisten! Sehr enttäuschend ist die offenkundige Verweigerungshaltung der Behörde, die den Bürgern eigentlich dienen und helfen sollte.
 
In Bezug auf den Tierschutz wird in Hessen mit zweierlei Maß gemessen. Der Wolf wird uneingeschränkt willkommen geheißen. Wenn Weidetiere von diesem Raubtier gerissen werden, leiden nicht nur die Tiere, sondern auch deren Halter. Das hessische Landwirtschaftsministerium und seine nachgeordneten Behörden nehmen dies billigend in Kauf. Das ist ein untragbarer Zustand.
 
Übrigens lässt sich der Konflikt zwischen Wolf und Weidetierhaltung nicht mit dem Scheckbuch lösen. Viel wirksamer und zielführender wäre die Anerkennung der hessischen Grünlandregionen als wolfsfreie Gebiete. Das Land Hessen könnte sich dann das aufwändige Wolfsmanagement mit hohen Personalkosten und Entschädigungszahlungen sparen.
 
Foto: Carolin Eberth, HNA