07.08.2014

Hygieneleitlinie für Wiederkäuer in Kraft

Am 1. August 2014 wurden die „Empfehlungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft für hygienische Anforderungen an das Halten von Wiederkäuern“ (WdkHH) vom 7. Juli 2014 (BAnz AT 01.08.2014 B1; Seite 1) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Obwohl sich der Berufsstand vehement dafür eingesetzt hat, dass es keine Hygieneleitlinie für Rinder geben solle bzw. sie deutlich verkürzter Form umgesetzt werden solle, ist sie jetzt nach Wunsch des BMELV in Kraft getreten. Zur Historie der Hygieneleitlinie: Bereits im Jahr 2006/07 gab es einen ersten Vorstoß der Bundesländer zur Einführung einer solchen Leitlinie, der aber gescheitert ist. Seitdem gab es wiederholt Forderungen nach einer besseren Früherkennung, die 2012 im Entwurf des Bundesministeriums für die Hygieneleitlinien für Wiederkäuer zusammengefasst wurden. Die Ziele der WdkHH sind die Einschleppung u. Weiterverbreitung von Krankheiten einzudämmen, die wirtschaftlichen Verluste durch Krankheiten zu mindern, den Arzneimitteleinsatz in den Betrieben zu reduzieren und somit zur Verbesserung der Tiergesundheit beizutragen. In den Empfehlungen werden jetzt umfangreiche betriebliche Hygieneanforderungen („Basishygiene“), sowie spezielle Hygienemaßnahmen gegen Paratuberkulose und Q-Fieber (Bündelung Länderprogramme) dargestellt. Die Leitlinien sind in allgemeine Maßnahmen und Hygienemaßnahmen bei besonderen Maßnahmen (bisher: Paratuberkulose und Q-Fieber) unterteilt. Die Empfehlungen richten sich an Halter von Wiederkäuern. Sie sollen einen präventiven Ansatz zur Erhaltung der Tiergesundheit insbesondere vor dem Hintergrund zoonotischer Erkrankungen aufzeigen. Auch die Forderung nach Minimierung des Antibiotikaeinsatzes wird berücksichtigt. Im Vorfeld wies das BMELV darauf hin, dass die Leitlinie nur Empfehlung sei, viel wäre im Konjunktiv formuliert worden. Aber: „Im Auftrag des BMEL werden Gutachten/ Leitlinien über Mindestanforderungen an die Haltung von Tieren erarbeitet, die zwar nicht rechtsverbindlich sind, Tierhalter, zuständige Behörden und Gerichte aber bei der Entscheidung unterstützen, ob eine Tierhaltung den Vorschriften des Gesetzes entspricht.“ Der Berufsstand hat die WdkHH im Vorfeld abgelehnt, da sie viel zu lang und in vielen Bereichen nicht praxistauglich ist. Besonders auch die Ausführungen zur ParaTB und Q-Fieber sind Kritikpunkte, da hier zur Bekämpfung Hygienemaßnahmen allein kaum ausreichend sind. Den vollständigen Text können Sie hier abrufen.