Wir arbeiten mit dem Selbstverständnis, Natur und Landschaft so zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln, dass die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter und die natürlichen Produktionsgrundlagen als Basis der wirtschaftlichen und sozialen Sicherung der Menschen und ihre Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft und im ländlichen Raum genauso nachhaltig gesichert sind, wie die Pflanzen- und Tierwelt sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft in der Kulturlandschaft als Lebensgrundlage des Menschen.
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist ländlich geprägt.
Im Jahr 2024 umfasste die landwirtschaftliche Fläche rund 49.000 Hektar und wurde im Umfang von 30.000 Hektar ackerbaulich genutzt, während auf etwa 19.000 Hektar Grünlandwirtschaft betrieben wurde.
Die Art der Landbewirtschaftung ergibt sich durch die unterschiedlichen geographischen Lagen und naturräumlichen Besonderheiten. So herrschen in der Mittelgebirgslandschaft im Westen des Landkreises flachgründige und in der Folge der Realteilung kleinstrukturierte Flächen vor, die überwiegend als Grünland bewirtschaftet werden, während in den Gunstlagen des Amöneburger Beckens und in den Talauen von Lahn und Ohm hochwertige Ackerflächen vorherrschen.
Die landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis wurden im Jahr 2024 nur noch im Umfang von 15 Prozent in Vollerwerb geführt, demnach betrieben 85 Prozent der Höfe ihre Landwirtschaft im Nebenerwerb.
Der Landkreis ist durch eine stark rückläufige Viehhaltung geprägt. Während im Jahr der Einführung der Milchquote 1984 noch 2.600 Höfe Milchkühe hielten, betreiben heute lediglich noch 50 Betriebe Milchviehhaltung und circa 25 Betriebe Sauenhaltung.
In der Folge ist die Zahl der Mutterkuhhaltungen im Jahr 2024 auf über 400 angestiegen. Mit ebenfalls knapp 380 Schafhaltungen im Jahr 2025 ist der Kreis einer der schafreichsten Landkreise in Hessen.
2024 wirtschafteten 200 landwirtschaftliche Betriebe nach ökologischen Richtlinien und bewirtschaften mehr als 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.
Im Hinblick auf die Forderung der Biodiversität haben die Landwirte auf über 350 Hektar Ackerfläche Blühpflanzen ausgesät.
Der Kreisbauernverband vertritt die Interessen von mehr als 1.900 Mitgliedern, die zusammen rund 78 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Landkreis bewirtschaften.