Mit klaren Forderungen für starke ländliche Räume in Hessen hat das Aktionsbündnis Ländlicher Raum (ALR) seine Positionen zur Kommunalwahl 2026 konkretisiert und erneuert. Im Mittelpunkt stehen der Schutz fruchtbarer Böden, die Stärkung regionaler Wertschöpfung, praxistaugliche Rahmenbedingungen für Land- und Forstwirtschaft und ein fairer Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
Ländliche Räume stärken – Zukunft sichern
Die Land- und Forstwirtschaft bildet das Rückgrat des ländlichen Raumes in Hessen. Land- und Forstwirtschaft sichern Arbeitsplätze, pflegen die Kulturlandschaft und tragen maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei. Kommunale Entscheidungen beeinflussen diese Strukturen unmittelbar – von Genehmigungen über Flächenpolitik bis hin zur Daseinsvorsorge.
Karsten Schmal, Präsident Hessischer Bauernverband, betont dazu: „Wir brauchen Kommunalpolitik, die erkennt, dass Land- und Forstwirtschaft nicht Randthema, sondern Kernbestandteil der ländlichen Entwicklung sind. Unsere Betriebe sind systemrelevant für Ernährung, Klima und regionale Wirtschaft.“
Schutz fruchtbarer Böden und fairer Umgang mit Fläche
Das Aktionsbündnis fordert eine deutliche Begrenzung des Flächenentzugs sowie Vorrang für Innenentwicklung. Fruchtbare Böden seien Grundlage für Ernährungssicherheit und Klimaschutz. Zudem müsse der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen durch kompakte Planung, Entsiegelung und flächenschonende Kompensationsmaßnahmen minimiert werden.
„Unsere Böden sind endlich. Wer sie verbraucht, zerstört Zukunft. Wir brauchen Kommunen, die sorgsam planen und landwirtschaftliche Belange ernsthaft einbeziehen“, erklärt Philipp Victor Russell, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst Hessen. „Genauso entscheidend ist im ländlichen Raum eine leistungsfähige digitale Infrastruktur und ein verlässlicher Netzausbau – als Grundlage für Teilhabe, Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit, weit über die Land- und Forstwirtschaft hinaus.“
Verlässliche Infrastruktur und Versorgung im ländlichen Raum
Mobilfunklöcher, zu wenig Breitband und unzureichende öffentliche Daseinsvorsorge gefährden die Zukunft des ländlichen Raums. Das ALR fordert deshalb eine flächendeckende digitale Infrastruktur sowie stabile Rahmenbedingungen für medizinische, soziale und technische Versorgung.
Wald, Wasser, Jagd und Natur – Nutzung und Schutz in Einklang bringen
Das ALR erwartet:
- Trinkwasserschutz mit Augenmaß und vollständiger Entschädigung bei Einschränkungen
- Stärkung der Forst- und Landwirtschaft durch schnellere Genehmigungen, praxistaugliche Infrastruktur und Privilegierung von Forsthäusern
- Klare Regeln für Freizeitnutzung in Wald und Flur
- Ein wirksames Biber- und Wolfsmanagement
- Eine starke, praxistaugliche Jagdpolitik als Teil des Naturschutzes
Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont, Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbands, unterstreicht: „Ob Kindergärten, Rathäuser oder Feuerwehrhäuser aus heimischem Holz – Kommunen können konkret zeigen, wie Klimaschutz und regionale Wirtschaft zusammengehen. Mit praxistauglichen Rahmenbedingungen und enger Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern bleiben Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Zukunft im ländlichen Raum.“
Klare Botschaft an Kommunalpolitik und Kandidierende
Das Aktionsbündnis fordert alle hessischen Kommunalpolitikerinnen und -politiker auf, die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft für Hessen anzuerkennen und die im Positionspapier formulierten Maßnahmen verbindlich umzusetzen.
„Die Zukunft der ländlichen Räume entscheidet sich vor Ort. Wer Verantwortung trägt, muss Landwirtschaft und Forstwirtschaft als Verbündete sehen – nicht als Planungshemmnis“, fasst Karsten Schmal abschließend zusammen.
Autor: Aktionsbündnis Ländlicher Raum Hessen
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