Landwirtschaftliche Woche Südhessen eröffnet – Zukunft gestalten, Bürokratie abbauen

26.01.2026
Ldw. Woche Südhessen 2026
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HBV fordert klare Entscheidungen für Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsperspektiven

Gernsheim, 26. Januar 2026: Mit einem klaren Blick auf die Zukunft der Landwirtschaft hat heute die 71. Landwirtschaftliche Woche Südhessen in der Stadthalle Gernsheim begonnen. Unter dem Motto „Zukunftsstandort Deutschland“ kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft zusammen, um über die Herausforderungen und Chancen der Branche zu sprechen. Nach der Eröffnung durch Axel Strauß, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliche Woche Südhessen, richteten Karsten Schmal, Präsident Hessischer Bauernverband (HBV), Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Thomas Will, Landrat Kreis Groß-Gerau sowie Peter Burger, Bürgermeister Stadt Gernsheim einige Worte an die Zuschauer.

Starke Botschaften zum Auftakt

Karsten Schmal LWS
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Karsten Schmal machte deutlich, dass die Landwirtschaft dringend verlässliche Rahmenbedingungen benötigt. „Wir brauchen einen wirksamen Bürokratieabbau, damit sich die Betriebe auf ihre Arbeit konzentrieren können und nicht in einem Berg von Vorschriften ersticken“, erklärte Schmal. Ebenso wichtig sei Planungssicherheit für Investitionen und Hofnachfolgen, damit Betriebe langfristig bestehen können. „Darüber hinaus müssen faire Marktbedingungen geschaffen und Innovationen unterstützt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Landwirtschaft zu stärken“, so Schmal weiter. „Die Landwirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zu leisten – aber wir brauchen Partner in Politik und Gesellschaft, die uns den Rücken stärken. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen von Klimawandel, Tierwohl und Versorgungssicherheit meistern.“ 

Zukunftsstandort Deutschland: Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Grandke, der zentrale Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit und zum Bürokratieabbau beleuchtete sowie die anschließende Podiumsdiskussion über den Zukunftsstandort Deutschland. Unter der Moderation von Cornelius Mohr, Chefredakteur Landwirtschaftliches Wochenblatt, diskutierten Minister Ingmar Jung, Karsten Schmal, Prof. Dr. Reinhard Grandke und Landwirt Bernd Haas über die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft wieder gestärkt werden kann. Dabei ging es u.a. um die Umsetzung der HBV-Forderungen zum Bürokratieabbau, die Rolle der Digitalisierung sowie die Entwicklungen auf Bundes- und EU-Ebene. Einigkeit bestand darin, dass schnelle Entscheidungen und klare politische Signale notwendig sind, um den Betrieben Perspektiven zu geben.

Politische Signale für mehr Planungssicherheit

Landwirtschaftsminister Ingmar Jung machte deutlich: „Wir sind mit wichtigen Entscheidungen ins neue Jahr gestartet: Mit der Aussetzung der Düngeverordnung wurde für die hessische Landwirtschaft vor Beginn der Düngesaison Rechts- und Planungssicherheit geschaffen. Genau das ist entscheidend für unsere Betriebe. Klar ist aber auch: An dieser Übergangslösung soll nicht dauerhaft festgehalten werden. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass der Bund eine verfassungskonforme und praxistaugliche Düngeverordnung auf den Weg bringt – zusammen mit den Ländern und gemeinsam mit dem Berufsstand.

Wir werden mit der Hessen-Police ein Angebot für die Finanzierung einer Mehrgefahrenversicherung schaffen, mit denen Landwirtinnen und Landwirte die steigenden Risiken durch Extremwetter absichern können.“

Ausblick auf die Woche

Bis zum 29. Januar bietet die Landwirtschaftliche Woche Südhessen ein vielfältiges Programm: Fachvorträge, Diskussionsrunden und Foren zu Themen wie Diversifizierung, Digitalisierung und Klimaanpassung. Höhepunkte sind u.a. das HBV-Zukunftsforum Landwirtschaft sowie der Hessische Gemüse- und Pflanzenbautag.

Das weitere Programm der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen 2026 finden Sie hier