Kontinuität im Dialog – klare Erwartungen an die Agrarpolitik
Auch in diesem Jahr bot der Hessentag eine zentrale Plattform für den direkten Austausch zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Veranstaltung „Landwirtschaft im Gespräch“ des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt knüpfte an das erfolgreiche Format des Vorjahres an und setzte den Dialog über aktuelle agrarpolitische Herausforderungen konsequent fort.
Im Mittelpunkt stand eine Podiumsdiskussion mit Staatsminister Ingmar Jung, HBV-Präsident Karsten Schmal, dem Vorsitzenden des Landesagrarausschusses Thomas Kunz sowie Tim Treis, Sprecher der VÖL Hessen.
Breite Beteiligung aus Praxis, Politik und Verbänden
Die Veranstaltung war erneut geprägt von einer hohen Beteiligung aus allen relevanten Bereichen:
Landwirtschaftliche Betriebe, Verbände, Verwaltung sowie politische Entscheidungsträger nutzten die Gelegenheit, ihre Perspektiven einzubringen und aktuelle Herausforderungen offen zu diskutieren.
Diese breite Beteiligung unterstreicht die zentrale Funktion des Formats:
„Landwirtschaft im Gespräch“ ist mehr als eine Podiumsdiskussion – es ist ein zentrales Forum, in dem die Anliegen des Berufsstandes unmittelbar adressiert und in den politischen Diskurs eingespeist werden.
Zentrale Themen bleiben unverändert aktuell
Inhaltlich zeigte sich eine deutliche Kontinuität zu den im Vorjahr diskutierten Fragestellungen. Bereits 2025 standen Themen wie
- die Ausweisung roter Gebiete,
- der Umgang mit Wolf, Biber und Gänsen sowie
- weitere agrarpolitische Rahmenbedingungen
im Mittelpunkt der Diskussion.
Diese Themen prägen weiterhin die landwirtschaftliche Praxis in Hessen und verdeutlichen den anhaltenden politischen Handlungsbedarf.
HBV bringt klare Positionen ein
Der Hessische Bauernverband nutzte die Veranstaltung, um seinen 10‑Punkte‑Plan für eine hessische Agrar- und Umweltpolitik klar und kompakt in die Diskussion einzubringen.
Im Mittelpunkt stehen folgende zentrale Forderungen:
- Tierhaltung zukunftsfest ausgestalten
→ Planungssicherheit, praxistaugliches Genehmigungsrecht und Finanzierung höherer Tierwohlstandards. - Strohprämie einführen
→ Eigenständiges Förderinstrument zur Verbesserung des Tierwohls und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. - Mehrgefahrenversicherung etablieren
→ Staatlich geförderte Absicherung gegen Extremwetterrisiken als Standardinstrument. - Kompensationssystem reformieren
→ Flächenschutz stärken, produktionsintegrierten Naturschutz ausbauen und Flächenverluste begrenzen. - Flurbereinigung neu ausrichten
→ Fokus auf landwirtschaftliche Entwicklung, effizientere Verfahren und moderne Infrastruktur. - Verbandsklagerecht erweitern
→ Gleichstellung der Landwirtschaft mit Naturschutzorganisationen bei Beteiligungs- und Klagerechten. - Wasserrecht und Düngeverordnung praktikabel gestalten
→ Verursachergerechte Regelungen, weniger pauschale Auflagen und praxisnahe Umsetzung. - Hessisches Landwirtschaftsgesetz weiterentwickeln
→ Verankerung von Planungssicherheit, Eigentumsschutz und Anerkennung der Landwirtschaft als überrangendes öffentliches Interesse. - Bildung und Beratung stärken
→ Dauerhafte Sicherung praxisnaher Ausbildung, Beratung und leistungsfähiger Strukturen. - Planungssicherheit erhöhen und Bürokratie abbauen
→ Verlässliche Rahmenbedingungen, transparente Politik und konsequente Entlastung der Betriebe.
Bewährtes Format mit klaren Erwartungen an die Politik
Die Veranstaltung knüpft nahtlos an die erfolgreiche Diskussion des Jahres 2025 an und unterstreicht die Bedeutung des Formats für den agrarpolitischen Diskurs in Hessen.
Für den Hessischen Bauernverband bleibt jedoch klar:
Der Dialog mit der Politik ist wichtig! Entscheidend ist aber, dass daraus verlässliche, praxistaugliche und für die landwirtschaftlichen Betriebe spürbare Lösungen entstehen.