Neue Förderung stärkt präventiven Herdenschutz: Hessen weitet Unterstützung auf Rinder, Pferde und Esel aus

23.06.2026
Mit der Öffnung der Richtlinie Weidetierschutz für ganz Hessen setzt das Land auf mehr Prävention, klare Rahmenbedingungen und eine bessere Unterstützung der Weidetierhaltung im Umgang mit dem Wolf.
Wolf I
© pixabay

Hessen baut den präventiven Herdenschutz weiter aus: Ab sofort können Halterinnen und Halter von Rindern, Pferden und Eseln landesweit Fördermittel für Maßnahmen zum Schutz vor Wolfsübergriffen beantragen. Damit steht die Förderung nach der Richtlinie Weidetierschutz erstmals flächendeckend für diese Tierarten zur Verfügung. Bisher war eine Antragstellung nur in sogenannten Ereignisgebieten möglich, in denen bereits ein Rissgeschehen nachgewiesen wurde oder in ganz Hessen für Schafe und Ziegen. Diese Einschränkung entfällt nun, indem ganz Hessen als Ereignisgebiet ausgewiesen wurde.

Hintergrund ist, dass jederzeit mit durchziehenden Wölfen in ganz Hessen gerechnet werden muss. Präventiver Herdenschutz soll dazu beitragen, das Risiko von Übergriffen zu reduzieren und Nutztiere bestmöglich zu sichern. Die Förderung dient insgesamt dazu, Konflikte zwischen Wolf und Weidetierhaltung zu verringern und die Weidetierhaltung langfristig zu unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Schutz von Jungtieren. 

Rinder, Pferde und Esel gelten zwar aufgrund ihrer Größe und Wehrhaftigkeit grundsätzlich als weniger gefährdet als kleinere Weidetiere (Ausnahmen sind Jungtiere und kleine Rassen).  Dennoch gewinnt der präventive Herdenschutz auch in diesen Bereichen zunehmend an Bedeutung.

Mit Blick auf die weitere Ausgestaltung des Wolfsmanagements wird aktuell auch der sogenannte Grundschutz für Rinder und Pferde für Hessen definiert sowie ein Bestandsmanagementplan für den Wolf entwickelt. Die fachliche Ausarbeitung hierzu ist noch nicht abgeschlossen. Entscheidend wird sein, die künftigen Anforderungen praxisgerecht auszugestalten und gleichzeitig Planungssicherheit für die Betriebe zu schaffen.

Weitere Informationen zu Fördermöglichkeit im Bereich präventiver Herdenschutz finden Sie hier: Herdenschutz und Förderung | wolfszentrum.hessen.de

Weitere Informationen bei Rissereignissen und eine Handlungsempfehlung finden Sie im HBV-Merkblatt zu Rissereignissen (für HBV-Mitglieder): Wolfsriss bei Nutztieren: Neue HBV‑Handreichung gibt schnelle Hilfe im Ernstfall | Hessischer Bauernverband