Resilienz und politische Weichenstellungen im Fokus
Heute startet der traditionsreiche Auftakt der hessischen Landwirtschaftsbranche zum Jahresbeginn – die 78. Landwirtschaftliche Woche Nordhessen in der Stadthalle Baunatal. Nach der Eröffnung durch Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV) und Vorsitzender der AG Landwirtschaftliche Woche, richteten Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Andreas Siebert, Landrat Kassel und Henry Richter, Bürgermeister Stadt Baunatal einige Worte an die Zuschauer.
Resilienz – Schlüssel für die Zukunft der Landwirtschaft
Das Leitthema „Resilienz“ prägte die Diskussionen und Vorträge des heutigen Tages und der ganzen Veranstaltung. Dies wurde besonders deutlich im Gespräch mit Dr. Angelika Trabert, Para Dressurreiterin, zum Thema „Wie man Hürden mit Willenskraft meistert“. Anschließend referierte Stefanie Sabet, Generalsekretärin Deutscher Bauernverband, über „Was erwartet die deutsche Landwirtschaft 2026 und danach?“
Karsten Schmal verdeutlichte die großen Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft derzeit steht: sinkende Erzeugerpreise, fehlende Wettbewerbsfähigkeit und steigende Kosten für Lohn, Energie und Betriebsmittel sowie wachsende Bürokratie belasten die Betriebe. „Unsere Landwirte brauchen Strukturen, die Krisen abfedern, und politische Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit geben“, betonte der HBV-Präsident. „Resilienz bedeutet für uns nicht nur Widerstandskraft, sondern auch den Mut, neue Wege zu gehen.“
Politik und Praxis: Herausforderungen und Chancen
Landwirtschaftsminister Jung machte deutlich, wie wichtig der gemeinsame Austausch für die Zukunft der Landwirtschaft ist: „Auch 2026 wird wieder ein Jahr voller Herausforderungen und Veränderungen. Die aktuellen Diskussionen über die sinkenden und teils ruinösen Preise im Einzelhandel, die Unterstützung der Tierhaltung, das Mercosur-Abkommen und der mittelfristige Finanzrahmen der EU geben bereits einen ersten Vorgeschmack. Auch die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bleibt eine zentrale Aufgabe.
Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich die Landwirtschaft zu Beginn des Jahres in Nordhessen versammelt, um sich auszutauschen und nach Lösungen für die drängenden Themen der Branche zu suchen. Wir werden dabei weiterhin auf unseren Kurs setzen und sicherstellen, dass bei allen Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit unserer Betriebe im Vordergrund stehen. Zudem werden wir uns weiterhin für den Abbau unnötiger Bürokratie einsetzen. Gleichzeitig wollen wir entschlossen die Chancen nutzen, die aus diesen Herausforderungen entstehen. Besonders wichtig ist es, die Regionalität zu stärken und die Vielfalt regionaler Wertschöpfungsketten zu fördern. Wir möchten zudem die Resilienz unserer Betriebe gegenüber Krisen weiter ausbauen. Denn wir wissen, wie unverzichtbar die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern für unser Land ist.“
Gemeinsam Wege für eine starke Landwirtschaft finden
„Die Landwirtschaftliche Woche Nordhessen bietet den idealen Rahmen für Austausch und Diskussion“, unterstreicht Schmal. „Unser Ziel ist es, gemeinsam Wege zu finden, wie wir unsere Landwirtschaft widerstandsfähig und zukunftsfähig machen.“
„Gerade in herausfordernden Zeiten brauchen landwirtschaftliche Betriebe verlässliche Partner an ihrer Seite. Mit seinen vielfältigen Angeboten unterstützt der LLH die Betriebe dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und ihren Betrieb zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Die Landwirtschaftliche Woche Nordhessen bietet dafür immer wieder wertvolle Anregungen und neue Impulse“, äußert die kommissarische Leitung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, Anna Kaiser und Katrin Walmanns.
Die Landwirtschaftliche Woche Nordhessen läuft bis zum 14. Januar und bietet zahlreiche Fachvorträge. Weitere Informationen finden Sie unter 75. Landwirtschaftliche Woche Nordhessen vom 09. bis 12. Januar 2023 in Baunatal.