Tierhaltungskennzeichnungsgesetz mit deutlichen Lücken

13.10.2022
Der Gesetzesentwurf zur verbindlichen Tierhaltungskennzeichnung hat am Mittwoch das Bundeskabinett passiert. Mit der verbindlichen Tierhaltungskennzeichnung sollen Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Lebensmittel sofort erkennen können, wie das Tier gehalten wurde.
Schweine im Stall
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Schmal: Herkunftskennzeichnung zwingend notwendig

Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV) und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), sieht in dem Gesetzesentwurf einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, jedoch auch noch viel Verbesserungsbedarf: „Die Tierhaltung verschwindet zunehmend aus Hessen, eine Entwicklung, der wir unbedingt entgegenwirken müssen. Die hessischen Landwirtinnen und Landwirte produzieren unter Einhaltung höchster Standards im Hinblick auf Tierwohl, Produktqualität und Verbrauchersicherheit. Die Tierhaltungskennzeichnung ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, es gibt aber noch zu viele Lücken im Konzept.“

In der jetzigen Version würden importierte Tiere aus dem Ausland in Deutschland trotzdem die Kennzeichnung erhalten können, obwohl dort z.B. die betäubungslose Kastration noch erlaubt ist. „Es ist daher zwingend notwendig auch eine Herkunftskennzeichnung einzuführen, damit genau das nicht passiert“, sagt Karsten Schmal. Wenn die Tierhaltung nicht ganz aus Hessen und aus Deutschland abwandern solle, müsse für die Landwirtinnen und Landwirte ein verbindliches Finanzierungskonzept geschaffen werden, damit sie ein ausreichendes Einkommen über die Nutztierhaltung erwirtschaften können.