Digitalisierung in der Landwirtschaft

26.01.2026
Die Landwirtschaft befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Moderne digitale Technologien verändern den Alltag auf dem Feld und im Stall grundlegend. Die politischen Verantwortlichen sind gefordert, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und entschlossene Schritte zu gehen.
Position
Digitalisierung
©

Landwirtschaft im digitalen Wandel

Die Landwirtschaft befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Moderne digitale Technologien, von Sensoren über Algorithmen bis hin zur Künstlichen Intelligenz, verändern den Alltag auf dem Feld und im Stall grundlegend. Präzise Geräte ermöglichen nicht nur den gezielteren Einsatz von Düngemitteln, sondern sorgen auch für eine optimierte Nutzung von Ressourcen wie Wasser und Energie. Gleichzeitig lässt sich die Gesundheit der Tiere genau überwachen, was das Tierwohl deutlich fördert. Insgesamt führen diese digitalen Systeme zu einer Steigerung der Produktion und zu Kostensenkungen, da Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden können. Durch Automatisierung und intelligente Unterstützung werden die Landwirtinnen und Landwirte im Alltag spürbar entlastet, bürokratischer Aufwand verringert und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe nachhaltig gestärkt. Die Digitalisierung eröffnet so neue Chancen, damit landwirtschaftliche Betriebe auch in Zukunft erfolgreich und wettbewerbsfähig bleiben.

Status Quo: Digitaler Fortschritt mit Hindernissen

Die Digitalisierung ist in der Landwirtschaft angekommen. Fast vier von fünf Betrieben nutzen bereits digitale Technologien und die Mehrheit sieht darin eine klare Chance. Doch der Weg zur „Smart Farm“ ist steinig. Die digitale Infrastruktur bleibt vielerorts unzureichend: Langsame Internetverbindungen und Funklöcher sind in den ländlichen Regionen Alltag. Neben der Infrastruktur belasten hohe Anschaffungskosten in digitale Technologien die Betriebe und bremsen Innovationen aus.

Zusätzlich erschweren mangelnde Interoperabilität die Integration neuer Systeme und verhindern einen reibungslosen Datenaustausch. Viele Betriebe sind unsicher, wer Zugriff auf ihre Betriebsdaten erhält und wie diese in Zeiten von Cyberangriffen geschützt werden können.

Und dennoch: Die hessischen landwirtschaftlichen Betriebe sind bereit, Vorreiter der Digitalisierung zu werden. Moderne Technik ist kein Selbstzweck. Sie ist Schlüssel für Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit, Umweltverträglichkeit, Tierwohl und Transparenz. Wer jetzt investiert, sichert Zukunft in Hessen und schafft Vertrauen. Die politischen Verantwortlichen sind gefordert, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und entschlossene Schritte zu gehen: Für eine starke, digitale Landwirtschaft von morgen.

2 Kurzforderungen für eine zukunftsfähige, digitale Landwirtschaft

  1. Wir fordern, dass der Ausbau der digitalen Infrastruktur von Glasfaser und Mobilfunk flächendeckend und bedarfsgerecht im Sinne einer zukunftsfähigen hessischen Landwirtschaft vorangetrieben wird.
     
  2. Wir fordern, dass Investitionen in digitale Technologien durch steuerliche Vorteile und gezielte Förderprogramme nachhaltig gestärkt werden.
     
  3. Wir fordern, dass eine zentrale, praxisnahe Datenplattform – die Hessische Datensäule – zeitnah eingeführt wird, um landwirtschaftliche Daten sicher und effizient zu vernetzen.
     
  4. Wir fordern, dass die Datenhoheit und Datensouveränität der Landwirtinnen und Landwirte gesetzlich gesichert und durch klare Nutzungsregeln das Vertrauen gestärkt wird.
     
  5. Wir fordern, dass offene und standardisierte Schnittstellen geschaffen werden, damit ein effizienter und sicherer Datenaustausch zwischen allen relevanten Systemen möglich ist.
     
  6. Wir fordern gezielte Aufklärung, praxisnahe IT-Schulungen und staatlich unterstützte Sicherheitsstandards, damit alle landwirtschaftlichen Betriebe wirksam vor Cyberangriffen geschützt sind.
     
  7. Wir fordern, dass Digitalkompetenz durch verbindliche digitale Ausbildungsinhalte und flächendeckende Weiterbildungsangebote in Schulen, Berufsschulen und Hochschulen systematisch ausgebaut wird.
     
  8. Wir fordern, dass praxisnahe Forschungsprojekte und die Vernetzung von Wissenschaft und landwirtschaftlicher Praxis gezielt gefördert werden, um Innovationen schnell und wirksam in die Betriebe zu bringen.

Das vollständige Positionspapier können Sie oben rechts downloaden.