Ausbau von Rechenzentren braucht verbindliche agrar-sensible Leitplanken

28.01.2026
Eine neue regionale Rechenzentrumsstrategie soll nun klare Leitplanken setzen, um digitale Innovation und agrarsensible Raumplanung miteinander in Einklang zu bringen. Die Abgabe einer Stellungnahme ist bis zum 10. Februar 2026 möglich.
Winter Landschaft
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Hessen möchte seine führende Rolle als Rechenzentrumsstandort weiter stärken und hat dazu eine regionale Rechenzentrumsstrategie angestoßen. Dabei sollen insbesondere die gezielte Ansiedlung von Rechenzentren mit Blick auf den erheblichen Flächenbedarf, Fragen der Landes- und Regionalplanung sowie die Zukunft der Energieversorgung im Rhein-Main-Gebiet, die angesichts des stark wachsenden Bedarfs einen umfassenden Netzausbau und die Bewertung verschiedener Erzeugungsoptionen erforderlich macht, im Mittelpunkt stehen. 

Rechenzentren sind zentrale Pfeiler und Motoren der digitalen Transformation. Der Hessische Bauernverband (HBV) sieht die erheblichen wirtschaftlichen Chancen, die mit dem Ausbau von Rechenkapazitäten verbunden sind, ausdrücklich an und begrüßt umso mehr, dass dieser Ausbau nun endlich in eine konsistente, strategisch abgestimmte Landesstrategie überführt werden soll. 

Landnutzungskonflikte verschärfen sich

Gerade aus raumnutzungs- und agrarstruktureller Perspektive ist dieser Strategiewechsel dringend erforderlich. Der bislang weitgehend unkoordinierte Ausbau von Rechenzentren verschärft insbesondere im Süden Hessens – und hier vor allem in der Rhein Main Region – die ohnehin bestehenden Land- und Bodennutzungskonflikte erheblich. Hochwertigste Ackerböden werden zu sehr hohen Preisen veräußert und damit nicht nur dauerhaft der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen, sondern zugleich der Bodenmarkt in einer Weise verzerrt, die landwirtschaftliche Betriebe faktisch von einer Konkurrenz um Flächen ausschließt. Dies ist besonders problematisch, da viele landwirtschaftliche Betriebe nicht Eigentümer, sondern Pächter der Flächen sind. Sie profitieren weder von Verkaufserlösen noch können sie den Verlust ihres zentralen und unersetzlichen Wirtschaftsgutes kompensieren. 

Stellungnahmen bis zum 10. Februar 2026 möglich

Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht des Hessischen Bauernverbandes zwingend notwendig, den weiteren Ausbau von Rechenzentren klar zu steuern, räumlich zu ordnen und mit agrar-sensiblen Leitplanken zu versehen. Daher beteiligt sich der HVB am Konsultationsverfahren beim Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation. Noch bis zum 10.02.2026 können unter dem Beteiligungsprotal weitere Stellungnahmen zur Rechenzentrumsstrategie abgegeben werden.