Hessischer Bauernverband stellt Positionspapier vor
Friedrichsdorf, 23. Januar 2026 – Der Hessische Bauernverband (HBV) hat heute im Rahmen der Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen sein neues Positionspapier „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ vorgestellt. Darin macht der Verband deutlich: Digitale Technologien sind der Schlüssel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, doch es braucht klare politische Rahmenbedingungen.
Landwirtschaft im digitalen Wandel
Moderne digitale Technologien, von Sensoren über Algorithmen bis hin zur Künstlichen Intelligenz verändern den Alltag auf dem Feld und im Stall. Digitale Systeme ermöglichen den präzisen Einsatz von Dünger, sparen Wasser und Energie und verbessern das Tierwohl. „Die Digitalisierung eröffnet unseren Betrieben enorme Chancen: Sie steigert die Effizienz, senkt Kosten und entlastet die Landwirtinnen und Landwirte in ihrem Alltag“, betont HBV-Präsident Karsten Schmal. „Wer jetzt investiert, sichert die Zukunft der Landwirtschaft in Hessen.“
Status Quo: Fortschritt mit Hindernissen
Fast 80 Prozent der hessischen Betriebe nutzen bereits digitale Technik. Doch langsames Internet und Funklöcher bremsen den Fortschritt. Hinzu kommen hohe Kosten für neue Technik und Unsicherheiten beim Datenschutz. „Es kann nicht sein, dass moderne Melktechnik am Funkloch scheitert“, so Schmal. „Wir brauchen eine digitale Infrastruktur, die auch den abgelegensten Hof erreicht.“
Forderungen des Hessischen Bauernverbandes
Der HBV fordert deshalb von der Politik entschlossenes Handeln. Dazu gehören:
- Der Ausbau von Breitband und Mobilfunk: Glasfaser und Mobilfunk müssen flächendeckend und bedarfsgerecht verfügbar sein.
- Investitionen zu fördern: Steuerliche Vorteile und gezielte Programme sollen den Kauf digitaler Technik erleichtern.
- Die Einführung der Hessischen Datensäule: Eine zentrale Plattform für sichere und effiziente Datenvernetzung.
- Die Datenhoheit sichern: Landwirtinnen und Landwirte müssen selbst über ihre Daten entscheiden können.
- Offene Schnittstellen schaffen: Für einen reibungslosen Datenaustausch zwischen allen Systemen.
- Cybersicherheit stärken: Staatlich unterstützte Sicherheitsstandards und praxisnahe Schulungen.
- Digitalkompetenz ausbauen: Verbindliche digitale Inhalte in Ausbildung und Weiterbildung.
- Forschung fördern: Praxisnahe Projekte für Innovationen wie KI-gestützte Systeme und autonome Maschinen.
„Digitalisierung darf kein Luxus sein und muss für alle Betriebe erreichbar werden“, fordert Schmal. „Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie unsere Vorschläge ernsthaft prüft und entschlossen handelt. Die Zeit drängt – jetzt müssen die Weichen für eine digitale Landwirtschaft gestellt werden.“
Das vollständige Positionspapier finden Sie oben rechts im Downloadbereich oder unter: Digitalisierung in der Landwirtschaft | Hessischer Bauernverband.