Landwirtschaft wirbt für Aufmerksamkeit im Konflikt mit wachsender Biberpopulation

07.04.2026
Biber
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Der Hessische Bauernverband (HBV) begrüßt die Veröffentlichung der Biber-Billigkeitsrichtlinie in Hessen und hat in einer Stellungnahme zentrale Forderungen aus Sicht der Landwirtschaft formuliert. Die Biberpopulation in Hessen wächst seit Jahren stark an. Inzwischen leben rund 1.900 Biber im Land, viermal mehr als noch vor zehn Jahren. Das führt zunehmend zu großen Herausforderungen für landwirtschaftliche Betriebe, wie der Hessische Bauernverband mitteilt: Überflutete Äcker und Wiesen, beschädigte Drainagen, Ertragsverluste und Einschränkungen in der Bewirtschaftung zählen zu den Folgen. 

Überflutete Flächen, sinkende Erträge und strukturelle Schäden

Hochwasser
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„Was aus Sicht des Artenschutzes eine Erfolgsgeschichte ist, entwickelt sich für viele Bäuerinnen und Bauern zu einer enormen Belastung“, sagt Andrea Rahn-Farr, Vizepräsidentin des Hessischen Bauernverbandes. „Naturschutz und produktive Flächennutzung schließen sich nicht aus. ”  Viele Probleme entstehen durch die Bautätigkeit der Biber. Einige Flächen sind inzwischen ganzjährig vernässt, sodass dort kaum noch bewirtschaftet werden kann. Auch Drainagesysteme verlieren ihre Wirkung, da das Wasser nicht mehr abfließen kann. Dadurch können sogar Flächen betroffen sein, die nicht direkt an Gewässern liegen. Gleichzeitig steigt der Druck auf nutzbare landwirtschaftliche Flächen weiter an, da insgesamt weniger Fläche zur Verfügung steht. 

Zügige Verfahren

Gewässer_Acker_Landschaft
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Der Hessische Bauernverband begrüßt, dass die Biber-Billigkeitsrichtlinie nun veröffentlicht wurde. „Die hessische Landesregierung hat erkannt, dass eine Biber-Billigkeitsrichtlinie notwendig ist, aber sie kann nur ein Baustein eines umfassenden Bibermanagements sein“, betont Rahn-Farr. Entscheidend wird insbesondere sein, dass die Verfahren zügig und praxisgerecht abgewickelt werden und alle Seiten gemeinsam nach Lösungen suchen, sodass großflächige Bewirtschaftungseinschränkungen für die landwirtschaftlichen Betriebe vermieden werden. 

Rahn-Farr betont, dass es nicht darum gehe, den Biber grundsätzlich infrage zu stellen, sondern um verlässliche Rahmenbedingungen: „Die Entwicklungen sind kein tragbarer Zustand für die hessischen Betriebe. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Landwirtschaft und Artenschutz nebeneinander bestehen können.“ 

Mehr dazu lesen Sie im Positionspapier des Hessischen Bauernverbandes.